Heute hat er zwar keinen Nutzen mehr, sein Anblick gehört aber zum Fichtelgebirge mit dazu: Der ehemalige Abhörturm der Bundeswehr auf dem Kornberg. Vor vier Jahren hieß es noch, dass der abgerissen werden soll. Nach einer Bewertung des Landesamts für Denkmalpflege sieht es nun ganz anders aus: Das hat den Abhörturm auf dem Kornberg nach eingehender Prüfung in den Bayerischen Denkmal-Atlas aufgenommen. Damit greift das Bayerische Denkmalschutzgesetz und der Abhörturm dürfte weder abgerissen noch ohne Genehmigung umgebaut werden. Ziel sollte ein langfristiger Erhalt und eine denkmalverträgliche Umnutzung des Baudenkmals sein, schreibt das Landesamt für Denkmalpflege.
Der ehemalige Abhörturm auf dem Kornberg hat eine besondere geschichtliche Bedeutung für die Region, aber auch landesgeschichtlich und für die europäische Teilung während des Kalten Krieges, heißt es in der denkmalfachlichen Stellungnahme, die unserem Sender vorliegt. Interessant ist demzufolge auch die technische Ausstattung, die noch vorhanden und gut erhalten ist.
Die Bundeswehr hatte vom Kornberg aus die Truppenbewegungen in der ehemaligen DDR und Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik abgehört. 1994 – nach Abzug der sowjetischen Truppen – war damit endgültig Schluss und der Abhörturm wurde zivil genutzt.