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Zwei Tonräder in mehr als 4000 Jahre altem Grab entdeckt

Wallerstein (dpa/lby) – In Schwaben haben Archäologen in einem Kindergrab aus der Kupferzeit ungewöhnliche Grabbeigaben entdeckt. In dem 4000 bis 5000 Jahre alten Grab lagen zwei Miniräder aus Ton. «Bis jetzt wurden vergleichbare Miniaturräder aus dieser Zeit selten und immer nur einzeln und ohne näheren funktionalen Zusammenhang in Siedlungen gefunden», teilte das bayerische Denkmal-Landesamt am Mittwoch bei der Vorstellung des Fundes mit. In Bayern sei es das erste entdeckte Miniatur-Räderpaar aus dieser Zeit. Die Grabungen fanden in einem künftigen Baugebiet der Gemeinde Wallerstein (Landkreis Donau-Ries) statt.

Die zwei Rädchen mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern waren nach den Jahrtausenden so zerbrechlich, dass sie von den Wissenschaftlern mitsamt der umliegenden Erde geborgen wurden. Nun wird der Fund in einer Restaurierungswerkstatt des Landesamtes zunächst gesichert, bevor dann eine Freilegung und eine genaue Untersuchung der Tonräder erfolgt.

Die Rädchen lagen in einem Kindergrab. Aufgrund der Zähne des Leichnams konnte das Alter des Kindes auf etwa sieben Jahre geschätzt werden. «Welchen Zweck diese Räder erfüllen sollten, ist bislang unbekannt», sagte eine Sprecherin des Denkmalamtes. Bislang seien ähnliche Funde in Gräbern nur im Bereich der Karpaten gemacht worden. Die Archäologen glauben, dass es sich bei den Minirädern nicht um Spielzeug handelte, das dem gestorbenen Kind ins Grab gelegt wurde. Denkbar sei eher eine symbolische oder kultische Gabe.