Arbeiter arbeiten an den Schienen an der Unglücksstelle., © Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Zugunglück von Garmisch: Mitte November wieder Bahnbetrieb

Mitte November und damit gut fünf Monate nach dem tödlichen Bahnunglück in Garmisch-Partenkirchen sollen wieder regulär Züge auf der Strecke rollen. Die Instandsetzungsarbeiten an der Strecke sollten am 16. November abgeschlossen sei, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage. Danach werde der Bahnbetrieb vollständig wieder aufgenommen. Zu den Kosten machte die Sprecherin erneut keine Angaben.

Derzeit liefen die Arbeiten an der Strecke auf Hochtouren. Parallel dazu beseitige die Bahn im Rahmen ihres 80 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms Langsamfahrstellen in den Regionen Werdenfels und Oberland; ab Oktober sollen punktuell Gleise erneuert werden.

Zum Schuljahresbeginn am 13. September sollen aber auf den Strecken Tutzing-Kochel sowie Garmisch-Partenkirchen-Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen-Pfronten-Steinach wieder Züge unterwegs sein. Die Strecke zwischen Murnau und Oberammergau werde voraussichtlich noch bis Mitte Dezember mit Bussen als Ersatzverkehr befahren.

Bei dem Unglück in Garmisch-Partenkirchen Anfang Juni waren vier Frauen sowie ein 13-Jähriger gestorben, Dutzende Menschen wurden verletzt, einige schwer. Die Bahn begann als Konsequenz damit, bundesweit rund 200 000 Betonschwellen zu überprüfen, 137 000 davon werden vorsorglich ausgetauscht. Nach Angaben der Bahn ist das an 70 Streckenabschnitten schon geschehen, an 155 stehen die Arbeiten noch aus. Bei den Bauteilen handelt es sich laut Bahn um den gleichen Bautyp wie auf dem Streckenabschnitt des verunglückten Zugs.

Fahrgäste müssen mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten oder Schienenersatzverkehr rechnen. Die meisten Schwellen sollen bis Ende des Jahres ausgetauscht werden, zum Teil werde sich der Austausch aber bis ins nächste Jahr hinziehen. «Auch wenn die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind und die Unfallursache noch nicht feststeht, hat die DB vorsorglich entschieden, baugleiche Schwellen im Netz zu untersuchen», erklärte der Konzern kürzlich. Er vermutet einen Herstellerfehler. «Die Schwellen weisen teilweise Unregelmäßigkeiten in der Materialbeschaffenheit auf.»