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Zoff um Startrecht: «Highlight» für Schweinfurt auf Schalke

Schweinfurt (dpa/lby) – Nach dem quälenden Streit um das Startrecht kann sich der 1. FC Schweinfurt 05 endlich in sein «extremes Highlight» gegen Krisenclub FC Schalke 04 stürzen. 53 Tage nach der Absetzung des DFB-Pokal-Erstrundenduells hofft der unterfränkische Viertligist an diesem Dienstag (16.30 Uhr/Sky) auf die Sensation beim in dieser Saison immer noch sieglosen Fußball-Erstligisten. Obwohl die Schalker bis auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzt sind, haben die Schweinfurter riesigen Respekt vor den Königsblauen.

«Das ist nicht irgendein Bundesligist, das ist Schalke 04. Ich will keinem anderen Club zu nahe treten, aber das hat Tradition, das ist Geschichte», sagte der Schweinfurter Coach Tobias Strobl vor der Herkules-Aufgabe. «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Viertligist einen Bundesligisten rauskegelt, ist eh nicht die größte. Wir denken aber, dass wir trotzdem immer noch eine kleine Möglichkeit haben.» Schalke sei für ihn ein «Traumlos».

Das hat auch mit der Spielstätte zu tun – selbst wenn coronabedingt keine Zuschauer zugelassen sind. «Diese Arena macht es ein bisschen schöner, auch wenn sie leer ist», meinte Strobl, der S04-Coach Manuel Baum als einen der «akribischsten Trainer in Deutschland» schätzt.

Auf den Nervenkitzel Schalke-Stadion freuen sich auch die Spieler. «Es ist ein extremes Highlight für uns, ein Wahnsinnsspiel in einer tollen Arena», sagte Schlussmann Luis Zwick. «Aber wir fahren da auch hin mit dem Anspruch, das Bestmögliche rauszuholen und mit aller Macht zu versuchen, die Sensation zu schaffen». Es sei aber allen bewusst, dass es «extrem schwer» werde, ergänzte der Torwart.

Schwer war auch der Weg zur Austragung dieses Erstrundenspiels, das es vor zwei Jahren in derselben Konstellation – und mit dem Gewinner Schalke – schon einmal gegeben hatte. In Fußball-Deutschland hatte nämlich der Streit um das Pokalstartrecht für Aufsehen gesorgt.

Türkgücü München hatte im September wenige Tage vor dem Spieltermin eine einstweilige Verfügung gegen die Schalker Erstrundenpartie erwirkt, nachdem Schweinfurt öffentlich die Drittliga-Tauglichkeit der Münchner angezweifelt hatte. In der vergangenen Woche erst gab dann das Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes Grünes Licht für einen Start der «Schnüdel». «Natürlich überglücklich» sei man darüber gewesen, berichtete Geschäftsführer Markus Wolf.

Auf Glücksmomente hoffen die Schweinfurter auch am Dienstag. «Wir werden aktiv spielen, das kann ich sagen», kündigte Coach Strobl vor dem so ungleichen Kräftemessen an. «Wir probieren, auch offensiv Akzente zu setzen.» Strobl hat noch einige Akteure im Kader, die 2018 beim 0:2 Schalke herausforderten. Der aktuelle Schweinfurter Coach war selbst damals aber noch beim FC Ingolstadt II angestellt.

Ein Mix aus Erfahrung und Unbekümmertheit soll nun ein möglicher Schlüssel sein. «Wenn du diese perfekte Mischung herstellst, kann vielleicht an einem perfekten Tag die Sensation passieren», sagte der 33-Jährige. «Wir probieren natürlich, nochmal eine Schippe draufzulegen», kündigte der Schweinfurter Coach entschlossen an.