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Ziel Gemeinwohl: Ort in Oberbayern wird ausgezeichnet

Kirchanschöring (dpa/lby) – Sozial, gerecht, solidarisch und nachhaltig: Als erste Gemeinde in Deutschland hat Kirchanschöring (Landkreis Traunstein) die eigene Bilanz vollständig nach den Prinzipien der Initiative Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) erstellt. Dafür wird die 3300-Seelen-Gemeinde an diesem Dienstag zertifiziert und ausgezeichnet.

Die freiwillige GWÖ-Bilanzierung ermögliche einen genauen Überblick über wertebasiertes Handeln und Wirtschaften in der Gemeinde, sagt Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner (CSU). Seine Gemeinde folge damit letztlich der bayerischen Verfassung, in der am Gemeinwohl orientiertes Handeln verpflichtend festgeschrieben sei.

Die Gemeinde lege zum Beispiel ihr Geld nur bei ausgewählten Banken an, die einen ethisch orientierten Katalog für ihre Anlagen vorweisen können. Zu den gemeinwohlorientierten Projekten zählt ein «Haus der Begegnung». Darin sind barrierefreie Miet- und Sozialwohnungen sowie eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren, ein Sozialbüro und eine Arztpraxis untergebracht.

Nach Angaben des Internationalen Vereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie richten sich bisher rund 500 Unternehmen in aller Welt sowie etwa 60 Städte und Kommunen an den Grundsätzen der GWÖ aus. «Diese Art der Zukunftsverantwortung ist für mich auch richtungsgebend für einen Fortschritt, der sich nicht mehr allein an Kriterien des Höher, Schneller und Weiter ausrichtet», sagt Alois Glück, Ex-Landtagspräsident und Ex-Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der bei dem Festakt als Redner erwartet wird.