© Axel Heimken

«Grobe Fehler»: Selimbegovic hakt Schlappe beim HSV rasch ab

Hamburg (dpa/lby) – Mersad Selimbegovic suchte keinerlei Ausflüchte. «Das war eine verdiente Niederlage, da brauchen wir nicht lange drum herumzureden», sagte der Trainer des SSV Jahn Regensburg nach dem 1:4 (1:2) beim Hamburger SV. Die spielfreudigen Hanseaten waren mit ihrer Angriffswucht am Samstag einfach zu stark für die Oberpfälzer, die in der Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga trotzdem noch weiter vor dem ambitionierten Traditionsclub platziert sind.

«Der HSV war wirklich gut, sehr variabel, sehr schnell im Spiel mit dem Ball. Wir sind oft nur hinterhergerannt», befand Selimbegovic. In der ersten Hälfte sah er zudem «in den entscheiden Momenten grobe Fehler» bei seiner Mannschaft. «Wir haben die innere Linie zu oft aufgemacht. Das darfst du nicht machen», rügte der Jahn-Coach. Mit Tempo-Pässen in die Schnittstellen wurde der HSV oftmals gefährlich.

Vor 25.000 Zuschauern im Volksparkstadion trafen Ludovit Reis, Faride Alidou, Sonny Kittel mit dem Foulelfmeter zum vorentscheidenden 3:1 sowie Anssi Suhonen für die Gastgeber. Jan-Niklas Beste war für die Gäste, die auf Rang drei abrutschten, lediglich zum 1:1 erfolgreich. «Hamburg war die bessere Mannschaft, wir haben leider sehr selten Zugriff auf das Spiel bekommen», kommentierte Abwehr-Routinier Sebastian Nachreiner.

Selimbegovic gefiel immerhin die Moral seiner Profis. «Wichtig war, dass die Jungs bis zum Ende alles probiert haben, dass wir keinen Kopf nach unten gesehen haben. Wir sind auf einen richtig starken, besseren Gegner getroffen.» Der Jahn-Coach machte flugs einen Haken unter das Spiel: «Das ist eine Niederlage, die nicht ganz so weh tut.» Am kommenden Freitag zähle es wieder gegen Dynamo Dresden.

Etwas Erfreuliches gab es aus Jahn-Sicht in Hamburg auch. Kapitän Benedikt Gimber musste verletzt vom Platz, gab aber Entwarnung. «Er meint, dass es nicht so schlimm ist», berichtete Selimbegovic. Gimber habe einen Krampf im Muskel verspürt – «kein Stechen». Der so wichtige Mittelfeldspieler sollte damit nicht länger ausfallen.

Im Tor vertrat Thorsten Kirschbaum den erkälteten Stammkeeper Alexander Meyer zudem mehr als ordentlich. Selimbegovic bewertete die Leistung seiner Nummer zwei als «sehr gut, dafür, dass er lange nicht gespielt hat auf dem Niveau. Trotz fehlender Spielpraxis hat er Sicherheit ausgestrahlt.» Am Spielfeldrand hatte Selimbegovic «nie das Gefühl, dass er ein Unsicherheitsfaktor ist». Es freue ihn, dass zu Meyer «kein großer Leistungsunterschied festzustellen war».

© dpa-infocom, dpa:211120-99-76382/4