Wirtschaftsschwache Regionen profitieren in Corona-Pandemie

In den Jahren der Corona-Pandemie haben sich nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einige strukturschwache Regionen im Westen und Norden Deutschlands ungewöhnlich gut entwickelt. Städte wie Wuppertal, Dortmund und Kiel gehörten traditionell zu den wirtschaftlich schwächsten – seien bei der aktuellen Auswertung aber in der Spitzengruppe der besonders dynamischen Regionen, teilte das IW am Montag in Köln mit.

Für sein Ranking berücksichtigt das Institut Daten zur Wirtschaftsstruktur, zum Arbeitsmarkt und zur Lebensqualität. Die erfolgreichste Wirtschaftsregion Deutschland ist dabei unverändert der Großraum München mit hoher Kaufkraft und geringer Arbeitslosigkeit. Unter den Top 20 der 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte finden sich insgesamt 13 aus Bayern.

Doch in das Ranking ist Bewegung gekommen. Neben dem aktuellen Wirtschaftsniveau der Regionen hat das IW auch die Dynamik der regionalen Wirtschaftsdaten angeschaut. Dabei habe es seit der letzten Auswertung deutliche Veränderungen gegeben. «Regionen, die vor zwei Jahren noch auf den hinteren Plätzen landeten, führen heute das Dynamikranking an», sagte Studienautor Hanno Kempermann. So komme etwa das Ruhrgebiet weiter nach oben. Süddeutsche Regionen schnitten deutlich schlechter ab.

Vor allem Kreise und Städte, in denen die Industrie, aber auch die Tourismus- und Veranstaltungsbranche oder der Einzelhandel stark seien, hätten aktuell zu kämpfen, schrieb das IW. Andere Kommunen, die schon in den vergangenen Jahren ihren Fokus auf die Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaft gelegt hätten, gehören zu den Profiteuren. So habe Kiel – beim Regionalranking vor zwei Jahren noch unter den Schlusslichtern – auf eine Verbesserung der Lebensqualität gesetzt und so am Standort die lokale Gewerbeentwicklung ankurbeln können. Wuppertal und Dortmund profitierten unter anderem davon, dass es den Städten gelungen sei, für junge Menschen attraktiver zu werden.