© Sven Hoppe

Wirtschaft gegen Populisten

München (dpa/lby) – Ausländerfeindliche Hetze und Rechtspopulismus beunruhigen die auf Fachkräfte aus aller Welt angewiesenen großen deutschen Unternehmen. «Nationalismus und Populismus spielen die Menschen gegeneinander aus», sagte Allianz-Personalchefin Ana-Cristina Grohnert der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen keine Ängste in den Unternehmen, keine Abgrenzung.» Grohnert ist Vorsitzende des Vereins «Charta der Vielfalt», dem viele der bekanntesten deutschen Unternehmen angehören – neben der Allianz unter anderem BASF, BMW, Daimler, die Telekom und die Deutsche Bahn.

Grohnert nannte AfD, Pegida und andere Rechtspopulisten nicht namentlich. «Wir führen keine tagespolitische Debatte, uns geht es nicht um Parteienbashing», betonte die Managerin, die bei der Allianz Deutschland für 29 000 Mitarbeiter verantwortlich ist. Doch ist klar, auf welche Geisteshaltung sich die Äußerungen beziehen: «Wenn wir zu jemand sagen: Du darfst nichts beitragen, weil du anders bist, dann hilft uns das nicht weiter», sagte sie.

Eine offene Kultur sei das einzige Instrument, das Innovation und Veränderung ermögliche. «Wenn plötzlich die Debatte nur noch die ist, dass wir uns nicht öffnen können – weil wir Angst haben, dass nur noch die zu uns kommen, die uns schaden – dann ist das schwierig.» Ängste dürften nicht geschürt werden.

«Das ist so, als redeten wir bei der Digitalisierung nur noch über Arbeitsplatzverluste, dabei entstehen viele tolle neue Jobs», sagte Grohnert. «Als Unternehmen wollen wir bei der Charta der Vielfalt deutlich machen, dass wir eine offene Kultur haben.» Innovation entstehe, wenn viele gute Ideen zusammenkämen. «Ängste sind nie ein guter Ratgeber für Fortschritt.»