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Weniger Lehrstellen in der Metall- und Elektroindustrie

München (dpa/lby) – Bayerns wichtigste Industriebranche bildet weniger aus: Nach einem kräftigen Rückgang im vergangenen Jahr werden Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie voraussichtlich auch in diesem Jahr weniger Lehrstellen anbieten. Gleichzeitig fehlt es aus Sicht vieler Firmen nach wie vor an ausreichend qualifizierten Bewerbern. Das meldeten die zwei Arbeitgeberverbände bayme und vbm am Donnerstag.

Die Metall- und Elektroindustrie beschäftigt über 800 000 Menschen in Bayern, dazu gehören unter anderem BMW, Audi und der in mehrere Teile zerlegte Siemens-Konzern. Im vergangenen Jahr schloss die Branche demnach 13 800 Lehrverträge ab, knapp 14 Prozent weniger als 2019. In diesem Jahr wird in kleinerem Maßstab ein weiterer Rückgang um 2,4 Prozent erwartet, wie Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte.

Die IG Metall kritisierte: «Wir rufen die Arbeitgeber auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und wieder mehr auszubilden», sagte Eva Wohlfahrt, die Bezirksjugendsekretärin der Gewerkschaft in Bayern. «Wer mehr Fachkräfte will, muss sie auch ausbilden.» Die IG Metall warf den Arbeitgebern darüber hinaus vor, viele Azubis nach Abschluss der Lehre nicht zu übernehmen. Brossardt betonte, 87 Prozent der Unternehmen hätten ihre Azubis anschließend weiter beschäftigt.

Die M+E-Industrie war schon vor Beginn der Corona-Pandemie in der Rezession, dementsprechend baut die Branche Arbeitsplätze ab. Obwohl in diesem Wirtschaftszweig deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten werden, fehlt es in Bayern insgesamt nach wie vor eher an Lehrlingen als an Lehrstellen. Auch im vergangenen Jahr konnten längst nicht alle freien Ausbildungsplätze besetzt werden.

Das trifft laut Brossardt auch die M+E-Branche. Knapp 45 Prozent der Unternehmen hätten den Mangel an geeigneten Bewerbern als Ursache für weniger Ausbildungsverträge genannt. Und 36 Prozent gaben demnach an, dass sich zu wenige Bewerber gemeldet hätten.

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