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Arbeitslosenzahl steigt leicht: Niedrigster Wert seit 1980

Nürnberg (dpa/lby) – Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im November auf 197 000 gestiegen. Das sei dennoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1980, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Oktober stieg die Zahl der Jobsucher um etwa 1200, gegenüber dem Vorjahresmonat ging sie dagegen um etwa 11 500 zurück.

Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 2,7 Prozent zu. Der Arbeitsmarkt im Freistaat sei «weiterhin in sehr guter Verfassung», sagte der Vize-Chef der Regionaldirektion, Klaus Beier. Aktuell deuteten die Arbeitsmarktdaten auch nicht auf einen Einbruch der Wirtschaft hin. «Allenfalls von einer Verlangsamung des Wachstums kann die Rede sein», sagte Beier.

Dass sich im November auf dem Jobmarkt wenig tut, ist normal. In vielen Außenberufen wie auf dem Bau, in Gärtnereien, Teilen der Gastronomie und in der Landwirtschaft stellen Unternehmen mit Blick auf den Winter nur noch zögerlich neue Mitarbeiter ein. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre nahm die Zahl der Arbeitslosen im November um etwas mehr als 400 zu. Die sogenannte Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Menschen umfasst, die gerade etwa eine Weiterbildung machen, lag im November bei knapp 286 900.

Die Zahl der Menschen mit regulärem Job nimmt im Freistaat derweil weiter zu. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im September 5,68 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 84 500 mehr als im Vormonat und 132 200 mehr als vor einem Jahr.

Und die Unternehmen haben weiter einen großen Bedarf an Arbeitskräften: Den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren zuletzt mehr als 130 000 offene Stellen gemeldet – rund 3200 mehr als im November 2017. Vor allem Fachkräfte werden dringend gesucht. Nur 18 Prozent der Stellen waren für Helfer ausgeschrieben, 64 Prozent für Fachkräfte und weitere 18 Prozent für Spezialisten und Experten. Knapp ein Drittel der offenen Stellen stammen aus der Leiharbeit; es folgen der Handel und das verarbeitende Gewerbe. Die Neumeldungen von offenen Stellen gehen jedoch seit Jahresbeginn zurück.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte bessere Arbeitsbedingungen für ältere Menschen. «Nur einer absoluten Minderheit gelingt es, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten», sagte DGB-Bayern-Chef Matthias Jena. Im vergangenen Jahr hätten nur 35 Prozent der 60-Jährigen einen regulären Vollzeit-Job gehabt. Bei den 65-Jährigen seien es 5,2 Prozent gewesen. Die Arbeitgeber jammerten zwar über den Fachkräftemangel, ignorierten aber die ältere Generation mit ihrer Erfahrung völlig.