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Schnee, Schnee, Schnee: Kräftiger Wintereinbruch in Bayern

München (dpa/lby) – Es schneit und schneit – und in weiten Teilen Bayerns wird es an diesem Wochenende auch kaum aufhören. Das lässt die Unfallgefahr im dichten Ferienrückreiseverkehr ebenso steigen wie das Lawinenrisiko in den Skigebieten. In den Alpen und im Bayerischen Wald soll es zudem stürmisch werden mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 100 Stundenkilometern, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag in München sagte. Lediglich in Unter- und Mittelfranken sei eher mit Regen als mit Schnee zu rechnen.

Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen des Freistaates insgesamt 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee geben, der jedoch angesichts milder Temperaturen auch immer wieder taue. Für Samstag ging der Meteorologe von Temperaturen zwischen 0 und 7 Grad aus, für Sonntag von -2 bis +4 Grad. Schneehöhepunkt sei am Samstag, da könnten auch in München bis zum Abend bis zu 15 Zentimeter Schnee fallen.

Autofahrer im Freistaat hatten sich am Freitag offenbar bereits auf den Neuschnee eingestellt. Zwar kam es bayernweit zu Unfällen, Chaos auf den Straßen blieb jedoch aus. Eine 41-Jährige erlitt laut Polizei schwere Verletzungen bei einem Unfall nahe Kirchham (Kreis Passau). Ein 30-jähriger Mann war mit seinem Sattelschlepper ins Schleudern und auf die Gegenfahrbahn geraten. Die Frau krachte mit ihrem Auto gegen den querstehenden Auflieger, wurde mit ihrem Wagen von der Straße geschleudert und im Wrack eingeklemmt.

Bei Pöttmes im Landkreis Aichach-Friedberg geriet ein 40-Jähriger mit seinem Wagen auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern, so dass sich das Auto überschlug. Der Fahrer und ein siebenjähriges Mädchen kamen mit Platzwunden und Prellungen in ein Krankenhaus. Ein 26-Jähriger verlor zwischen Mindelheim und Mattsies im Allgäu in einer Linkskurve die Kontrolle über seinen Wagen – nach Angaben der Polizei wegen Glätte. Er prallte frontal gegen einen Baum und wurde schwer verletzt.

Die Bergwacht und der Deutsche Alpenverein warnten vor Ski- oder Wandertouren in unsicheren Gebieten. Die Einsatzkräfte der Bergwacht sind nach eigenen Angaben in Alarmbereitschaft, rechnen aber nicht mit mehr Rettungseinsätzen. «Wenn die Lawinengefahr bei vier oder fünf auf der Skala liegt, sind wesentlich weniger Leute unterwegs», sagte David Pichler von der Bergwacht Chiemgau am Freitag. Ähnlich sieht das auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein: «Die meisten tödlichen Lawinenunfälle passieren bei Gefahrenstufe drei, weil viele das Risiko unterschätzen.» Bucher empfiehlt Wintersportlern, vor geplanten Touren den Lawinenlagebericht der Warnzentrale zu checken.

Skiurlauber müssen sich auf den von Süden kommenden Autobahnen A8, A93, A95 und A96 sowie auf der der A99 um München vor allem am Samstagnachmittag sowie Sonntagnachmittag und -abend auf Staus einstellen. Betroffen sind einem ADAC-Sprecher zufolge auch die A8 Richtung Ulm und Stuttgart sowie die A9 in Richtung Nürnberg und Berlin sowie der Großraum Frankfurt. Der Fachmann riet Autofahrern, Decken und warme Getränke einzupacken.

Auch Flug- und Bahnreisende müssen am Wochenende Geduld mitbringen. Am Flughafen München waren bereits am Freitag Räumfahrzeuge im Einsatz, um eine Landebahn freizuräumen. Insgesamt 48 Flüge der Lufthansa wurden gestrichen, davon 42 Inlandsflüge, sagte ein Sprecher des Flughafens. Mit Annullierungen sei auch am Samstag zu rechnen.