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Warum sich Kollegen bei Thomas Kretschmann sicher fühlen

München (dpa) – Der Schauspieler Thomas Kretschmann («Avengers: Age of Ultron», «Biohackers») fotografiert am Filmset mit Vorliebe seine Kollegen – und geht dabei sehr rücksichtsvoll vor. «Bei mir gibt es so einen Deal, wenn jemand aus welchem Grund auch immer das Foto nicht mag, geht es in den Müll, dadurch fühlt sich jeder bei mir sicher», sagte der in Los Angeles lebende 59-Jährige anlässlich der Eröffnung einer Fotoausstellung am Freitag in München. Prominente Darsteller wie Mads Mikkelsen, Naomi Watts, Daniel Radcliffe oder Daniel Brühl bekam der gebürtige Dessauer vor seine kleine Kamera, die er immer dabei hat.

Auch die drehfreie Zeit während der Corona-Pandemie nutzte er für seine Leidenschaft: «Ich habe viel fotografiert. In Los Angeles waren die Straßen ganz leer, das hat man noch nie gesehen.» Unter dem Motto #wearthegoddamnmask holte er zudem zahlreiche Schauspieler vor die Kamera, mit Maske. «Das sind eigentlich auch Zeitdokumente», findet Kretschmann.

Ein weiteres Fotoprojekt ist nun bis zum 31. Dezember in München in der Leica Galerie zu sehen – eine Auswahl der Serie «Muse». Sie zeigt seine Freundin Brittany Rice unter Wasser, zart, poetisch und oft auch unwirklich. «Es geht mir um den Raum, um die Leere, um so eine stille Poetik», erklärt Kretschmann, der als ehemaliger Profischwimmer zu Wasser eine besondere Beziehung hat.

Er selbst muss nicht unbedingt ein Bild von sich machen lassen. «Ich fotografiere lieber selbst, als dass ich mich fotografieren lasse. Ich bin ja selber totfotografiert worden», sagte Kretschmann.

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