Bobbycars liegen in einer Kita in einer Einzäunung., © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Warnstreiks in kommunalen Kitas

Viele städtische Kitas in Bayern sind am Mittwoch bestreikt worden. Allein in München nahmen nach Gewerkschaftsangaben rund 1000 Streikende aus Kitas, Krippen, Tagesheimen und Horten an einer Kundgebung teil. Die Gewerkschaft Verdi hatte in der laufenden bundesweiten Tarifrunde Erzieherinnen und Kinderpfleger in München, Augsburg, Kempten, Ingolstadt, Mittelfranken, Oberfranken und der Oberpfalz zu Warnstreiks aufgerufen.

Verdi fordert für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Dazu gehörten Vor- und Nachbereitungszeiten, Zeit für die Begleitung von Praktikantinnen und Praktikanten und ein Anspruch auf Weiterqualifizierung.

Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner warf der bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) in München vor, mit der Werbung für eine unkomplizierte Anwerbung möglichst vieler Helfer bei der Betreuung entwerte sie die frühkindliche Bildung. «Erzieherinnen und Erzieher haben keine Aufbewahrungsaufgabe, sondern einen Bildungsauftrag», sagte Birner. Die Gewerkschafterin Merle Pisarz sagte: «Es ist jetzt schon schwierig in den großen Gruppen auf die Kinder individuell einzugehen, auch jetzt haben wir schon Kinder, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. In Zukunft werden vermehrt Kinder mit Kriegstrauma und Sprachbarriere zu erwarten sein.»

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisierte, die Streiks seien unverhältnismäßig und belasteten die Eltern zusätzlich. Die dritte Tarifrunde für die bundesweit 330.000 Beschäftigten beginnt am 16. Mai in Potsdam.

Für Donnerstag rief Verdi in Bayern und anderen Bundesländern zu Warnstreiks in der Behindertenhilfe auf. Fachkräfte in Werkstätten für behinderte Menschen, Beschäftigte in Wohneinrichtungen und weiteren Arbeitsfeldern der Behindertenhilfe sollen ihre Arbeit zeitweise ruhen lassen.