Arbeiter bauen auf dem Festivalgelände von Rock im Park die Mandora Stage auf., © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Vorfreude auf «Rock im Park»: «Lange genug gewartet»

Die Vorfreude auf eines der ersten großen Musikfestivals seit Beginn der Corona-Pandemie ist riesig: Schon am frühen Morgen reisten viele Musikfans am Donnerstag zu «Rock im Park» in Nürnberg an – und mussten dann erst einmal warten, bis Camping- und Parkplätze öffneten. «Sie standen schon eine Weile vor der Tür», sagte Julia Popp vom Veranstalter Argo Konzerte. Mittags waren bereits Hunderte Zelte rund um das Festivalgelände auf dem früheren NS-Reichsparteitagsgelände aufgebaut.

Von Freitag bis Sonntag sollen bei «Rock im Park» und dem Zwillingsspektakel «Rock am Ring» in der Eifel rund 70 Bands auf jeweils drei Bühnen auftreten. Headliner sind Green Day, Muse und Volbeat. Die Veranstalter erwarten mehr als 160.000 Rockfans zu beiden Open-Air-Festivals.

In langen Schlangen warteten diese am Donnerstag in Nürnberg darauf, nach und nach auf die Campingplätze gelassen zu werden. Viele zogen voll beladene Bollerwagen hinter sich her, andere klappten ihre Campingstühle aus und genossen schon mal gut gelaunt die Atmosphäre.

«Ich freue mich schon riesig», sagte ein junger Mann, der mit dem Zug aus Hamburg gekommen war. «Ich treffe mich mit meinen Schulfreunden, die ich wegen Corona seit zwei Jahren nicht mehr gesehen habe.» Auch bei einer Gruppe aus Stuttgart war die Vorfreude groß. «Wir haben ja lange genug darauf gewartet», sagte eine der Frauen. Eigentlich wollten sie schon vor zwei Jahren zu «Rock im Park». Doch dann kam Corona, und das Festival fiel genauso wie «Rock am Ring» zwei Jahre hintereinander aus.

Dass nun zum Teil andere Bands als für 2020 geplant auftreten werden, störe sie nicht, sagte die junge Frau. «Ich gehe hauptsächlich wegen des Festivals hin, nicht so sehr wegen der Musik. «Rock im Park» ist so schön, weil es eben im Park ist. Das finde ich besser als «Rock am Ring», da steht man meistens in Matsch und Sturm.»

Die Wettervorhersage ist für dieses Wochenende allerdings alles andere optimal: Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Freitag und Sonntag in Nürnberg ab nachmittags mit heftigem Regen und Gewittern, auch Böen und Hagel seien möglich.

Während viele Rockfans nach zwei Jahren Corona-Zwangspause vor allem einfach nur mal wieder richtig feiern wollen, will «Rock im Park» auch an deren grünes Gewissen appellieren. Denn bei dem Festival fallen immer Berge von Müll an. Diese will der Veranstalter von nun an jedes Jahr um fünf Prozent reduzieren.

Auf dem Festivalgelände sind Strohhalme und die sonst so beliebten Tetrapacks deshalb verboten, es gibt kostenlose Wasserspender und kein Einwegplastikgeschirr. Bei den Toilettenhäuschen wird komplett auf Chemie verzichtet, sie sollen dafür öfter gereinigt werden.

«Das ist eine Reise», sagte Carolin Hilzinger von Argo Konzerte und gibt zu, dass diese durchaus länger dauern könnte. Denn für den meisten Müll sind die Besucherinnen und Besucher selbst verantwortlich – und in der Vergangenheit warfen so einige von ihnen diesen achtlos auf den Boden und ließen nach dem Festival Zelte und andere Ausrüstung einfach liegen.