© Marcel Kusch

Volksfeste im Sommer: Sorge im Süden, Gelassenheit im Norden

München (dpa/lby) – Trübe Aussichten dank Supersommer: Die hohen Temperaturen bereiten manchen Schaustellern Sorgen – vor allem in Bayern. «Wir haben ein extremes Problem mit der Hitze», sagte Jürgen Wild, Geschäftsführer des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller in München, der Deutschen Presse-Agentur. Sie sorge «für Dürre auch bei uns». Für das bis Sonntag angesetzte Altstadtfest in Hersbruck im oft besonders heißen Franken etwa erwartet er, dass mindestens die Hälfte der sonst üblichen Besucher weggebrochen sein könnten. Natürlich gebe es auch Stände, die von den Temperaturen profitieren, etwa Eisverkäufer. Bei alkoholischen Getränken sehe es da schon anders aus.

Etwas milder fällt das Urteil des Präsidenten des Bundesverbands aus. Es geschehe eher eine Umverteilung zu manchen Ständen, sagte Wilfried Thal. Fahrgeschäfte mit Wasser oder Verkäufer von Kaltgetränken seien im Vorteil, und generell gingen die Besucher lieber dorthin, wo sie Schatten finden. «Und abends ist es ja schon wieder ein Genuss.» Natürlich gebe es auch regionale Unterschiede, sagte Thal mit Blick auf Bayern. «Hier oben sieht das eben etwas anders aus», befand der Hamburger.

«Wir haben gute Besucherzahlen», sagte auch Sascha Belli vom Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg zur Lage auf dem Hamburger Dom. «Nachmittags ist es ein bisschen schwierig, das verlagert sich in die Abendstunden. Da wird’s dann voll.» Der Dom, eines der größten Volksfeste in Deutschland, hat täglich bis 23.00 Uhr geöffnet. Die Hitze sei auf jeden Fall besser als ein Regensommer, urteilte Belli.

Für die Schausteller ist das Wetter auch ganz persönlich eine Herausforderung. «Es ist sehr, sehr anstrengend», sagte Belli. Da helfe nur, viel zu trinken und die Füße bei Gelegenheit ins kalte Wasser zu stellen. An eine Art Siesta zur Mittagszeit denke man nicht: «Das normale Leben geht weiter.»

Manchmal gebe es die Möglichkeit, eine kleine Dusche aufzustellen, sagte Wild. Mitten in der Innenstadt gehe das aber nicht. Auch Klimaanlagen etwa an Eisständen brächten nichts: «Der Verkaufsstand ist ja offen, da geht alles nach draußen.» Da bringt es Wild zufolge nur etwas, die Mitarbeiter beizeiten auszutauschen, damit nicht einer den ganzen Tag in der Sonne steht – schließlich seien die meisten Festplätze auf freiem Gelände, wo kaum Schatten fällt. Sein Wunsch für die kommenden Tage: «Das Beste wären 22 Grad.»