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Verwaltungsgerichte: Hälfte aller Verfahren betrifft Asyl

Berlin (dpa) – Die deutschen Verwaltungsgerichte werden trotz sinkender Asylbewerber-Zahlen weiter stark durch Asylverfahren belastet.

«Wir gehen derzeit davon aus, dass im gesamten Jahr 2018 etwa 100.000 neue Asylverfahren bei den deutschen Verwaltungsgerichten eingehen», sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter (BDVR), Robert Seegmüller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Klagen und Eilverfahren aufgrund negativer Asylbescheide durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) machten ihm zufolge 2018 etwa die Hälfte aller Gerichtsverfahren vor deutschen Verwaltungsgerichten aus.

Die Zahl der bei den Verwaltungsgerichten anhängigen Verfahren werde voraussichtlich nicht weiter ansteigen, sagte Seegmüller. Allerdings werde der Berg von fast 400.000 Verfahren, der sich seit 2015 aufgebaut habe, nicht in nennenswertem Umfang abgebaut werden können. Seegmüller appellierte an die Politik, die Gerichte weiter personell zu verstärken.