Vatikan würdigt Kampf gegen Missbrauch

In einem kirchenformalen Akt vor der Beisetzung hat der Vatikan den Einsatz des emeritierten Papstes Benedikt XVI. im Kampf gegen Kindesmissbrauch gewürdigt. Dem gestorbenen Pontifex wurde ein Schreiben in den Sarg gelegt, mit dem sein Leben zusammengefasst ist und in dem unter anderem steht: «Er kämpfte entschieden gegen die Verbrechen, die von Vertretern des Klerus an Minderjährigen oder schutzbedürftigen Personen begangen wurden, und rief die Kirche immer wieder zur Bekehrung, zum Gebet, zur Buße und zur Reinigung auf.» Das teilte der Heilige Stuhl am Donnerstagmorgen mit.

In das Pontifikat von Benedikt fielen etliche Enthüllungen von Missbrauchsskandalen. Er ergriff dabei Maßnahmen zum Schutz von Kindern und verurteilte die Verbrechen. Allerdings hielten ihm Kritiker vor, nicht genug getan zu haben. Ein privates Gutachten warf ihm zudem Anfang 2022 Fehlverhalten in vier Fällen aus seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising vor. Er soll Priester, die sich an Kindern vergangen haben, nicht sanktioniert haben.