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Unternehmensberatung: Genug Wettbewerb bei Batteriezellen

München (dpa) – Die Unternehmensberatung PwC sieht für deutsche Autobauer keine Notwendigkeit, heute selbst Batteriezellen für Elektrofahrzeuge zu bauen. «Aktuell gibt es genug Wettbewerb, und alle Autohersteller kaufen ihre Zellen bei mehreren Herstellern ein, damit kein Monopol entsteht», sagte PwC-Autoexperte Jörn Neuhausen der Deutschen Presseagentur.

VW, Daimler und BMW kaufen ihre Batteriezellen bei asiatischen Zulieferern. Bundesregierung und Gewerkschaften dringen indes auf eine nationale oder zumindest europäische Lösung. Jetzt will der chinesische Zellenhersteller CATL ein Werk in Europa bauen und BMW beliefern – als Standort ist Thüringen im Gespräch.

Neuhausen sagte: «Wenn in fünf Jahren Millionen E-Autos gebaut werden, muss es auch in Europa Zellfabriken geben. Ein Akku wiegt eine halbe Tonne.» Transporte um die halbe Welt wären aufwendig und teuer.

Allerdings koste schon eine Gigafabrik zur Fertigung von Batterien für 250 000 E-Autos pro Jahr ein bis zwei Milliarden Euro. Asiatische Konzerne hätten bei der Entwicklung und Fertigung einen großen Vorsprung, sagte der Management-Berater. Elektrochemie sei ein neues Gebiet für die deutschen Autobauer. Zudem müssten sie Milliarden in Digitalisierung und andere neue Felder investieren. «Insofern ist ein Teilen des Risikos durchaus angebracht.» Wegen des teuren Stroms in Deutschland wäre die Fertigung von Batteriezellen hier «nur denkbar, wenn die Fabrik von der EEG-Umlage befreit und subventioniert würde».