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Überwachung im Museum: Forschungsprojekt im Zukunftsmuseum

Nürnberg (dpa) – Wie lange hält sich eine Besucherin in der Ausstellung auf? Welche Exponate findet ein Besucher spannend, welche langweilig? Die Vision einer totalen Überwachung aus Georges Orwells Roman «1984» soll künftig im neuen Zukunftsmuseum in Nürnberg Realität werden.

Alle Interessierten könnten sich bei ihrem Weg durch das Haus überwachen lassen und erhielten am Ende des Besuchs eine Auswertung, welche Daten sie dabei preisgegebenen hätten, teilte das Museum am Montag mit. Die Teilnahme sei natürlich freiwillig.

Die Zweigstelle des Deutschen Museums in München will Zukunftsthemen erlebbar machen und unter ethischen Gesichtspunkten diskutieren. Die Eröffnung war eigentlich für Ende 2020 geplant, verschiebt sich aber wegen der Corona-Krise voraussichtlich auf diesen Sommer.

Spezialisten von der Universität Erlangen-Nürnberg werden nach Museumsangaben für das Forschungsprojekt ein Kamerasystem entwickeln, das Besucherdaten aufnimmt. Aus diesen soll dann ein Algorithmus ein Benutzerprofil erstellen.

Die Museumsfachleute erhoffen sich aus den anonymisierten Daten auch Erkenntnisse für ihre Arbeit: Diese könnten zum Beispiel Hinweise geben, welche Themen die Gäste interessant finden oder welche Texte verständlich seien. Das soll beim Aufbau künftiger Ausstellungen helfen.

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