Tasten einer beleuchteten Tastatur., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Über 200 antisemitische Hetzbriefe verschickt: Fahndung

Ein Unbekannter hat bayernweit mindestens 200 Briefe mit antisemitischer Hetze verschickt. Die Kriminalpolizei ermittele und suche weitere Geschädigte, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Donnerstag mit. Bereits seit November 2020 versende der unbekannte Täter maschinell erstellte Schreiben mit antisemitischen Parolen. Unter anderem werde in den Hetzschriften der Holocaust geleugnet. Bei den Empfängern handele es sich um scheinbar zufällig ausgewählte Menschen.

Neben Kommunalpolitikern wurden laut Polizei Staatsanwälte, Richter, Mitarbeiter von Radiosendern, aber auch Organisationen wie Studentenverbindungen oder Burschenvereine angeschrieben. Dabei sei die antisemitische Hetze immer gleich. Der Verfasser fordere in den Briefen dazu auf, den Inhalt weiterzuverbreiten.

Einen solchen Brief habe auch die KZ Gedenkstätte Dachau erhalten, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München. Die Ermittlungen führt der dort angesiedelte Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz.

Mehrere der Angeschriebenen hatten Anzeige erstattet. Aus ganz Bayern sind der Polizei bislang gut 200 Fälle bekannt. «Wir gehen aber von einer viel höheren Zahl an Briefen aus», sagte ein in diesem Fall beauftragter Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck.