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Ingolstadts Lebenszeichen beim 1:1

Ingolstadt (dpa) – Marvin Matip hat mit einem späten Ausgleichstreffer ein Lebenszeichen des FC Ingolstadt im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga gesendet. Der Kapitän glich am Sonntag beim 1:1 (0:0) des Schlusslichts gegen den MSV Duisburg per Kopf in der Nachspielzeit aus (90.+2 Minute). Der 33-Jährige hatte seine Mannschaft zuvor durch ein Eigentor in Rückstand gebracht (79.). «So richtig begreifen kann ich das jetzt auch noch nicht», sagte Matip kurz nach dem Schlusspfiff. «Das Tor war pure Erlösung. Heute fühlen wir uns definitiv als Sieger.»

FCI-Trainer Alexander Nouri riss nach Matips spätem Ausgleich erleichtert die Arme in die Höhe. «Wie wir uns gegen die Niederlage gestemmt haben, hat mich sehr gefreut. Es war eine klare Botschaft der Mannschaft», sagte Nouri. «Unsere Fans haben uns heute grandios unterstützt! Wir haben gemeinsam gekämpft und das Tor erzwungen. Das macht viel Mut für die nächsten Wochen.»

Nach vier Niederlagen war es für Nouri der erste Punkt als Coach seines neuen Clubs. Vor 6564 Zuschauern legten beide Teams in einer umkämpften Partie den Fokus auf Absicherung, viele gute Torszenen gab es nicht. Sowohl die Ingolstädter, bei denen unter der Woche Sportdirektor Angelo Vier gehen musste, als auch die Duisburger haben drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

«Glücksmomente» müsse sich die Mannschaft auf dem Platz «erarbeiten» hatte Nouri vor dem Spiel gesagt. Und auf dem Rasen war sehr viel Arbeit der beiden abstiegsbedrohten Mannschaften zu sehen. «Ich glaube, das war ein richtig hässliches Spiel für die Zuschauer. Viel Kampf, viel Krampf. Das geht normalerweise 0:0 aus», sagte Matip.

«Das ist keine einfache Situation im Moment. Aber ich bin guter Dinge, die Mannschaft hält dagegen und versucht alles», sagte Ingolstadts Geschäftsführer Harald Gärtner schon zur Pause am Sky-Mikrofon. Wenigstens ging es für die so defensivschwachen Oberbayern mal wieder ohne Gegentor in die Pause.

Symptomatisch für das Spiel war, dass das 0:1 durch eine verunglückte Kopfballabwehr von Matip nach einer Flanke von Duisburgs Ahmet Engin fiel (79.). «Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben, hat immer weiter gekämpft und nach vorne gespielt», lobte Matip. Er selbst traf dann erneut mit dem Kopf – ins richtige Tor. Wie wild rannte der zuletzt kritisierte Routinier über den Rasen und schrie seine Freude heraus. «Das hilft uns definitiv», sagte Matip und freute sich über die Unterstützung der Fans. «Das gibt uns Kraft.»

Dagegen monierten die Gäste, dass vor dem 1:1 nach einem harten Zweikampf kein Foul gepfiffen wurde. «Da können wir alle kotzen. Da fehlen einem die Worte», schimpfte Mittelfeldakteur Moritz Stoppelkamp.