Eine Figur der blinden Justitia., © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Tödlicher Streit? Angeklagter bestreitet Mordabsicht

Ein Mann hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zugegeben, vor einem Jahr seine Ex-Frau erstochen zu haben. Der wegen Mordes angeklagte Mann habe die Tat beim Prozessauftakt am Dienstag eingeräumt, aber eine Tötungsabsicht bestritten, sagte eine Justizsprecherin. Einer der Verteidiger habe eine Erklärung seines Mandanten verlesen. Darin berichtete der 43-Jährige, seine Ex-Frau habe am Tag der Tat aus Eifersucht einen Streit begonnen und sei mit einem Messer auf ihn zugegangen. Er habe sich gewehrt.

Wie es dann zur Tötung der Frau kam, wisse er nicht mehr, da er einen «Blackout» gehabt habe. Nach Angaben der Justizsprecherin berichtete der Angeklagte auch von häufigem Ehestreit, wechselseitiger Eifersucht und Handgreiflichkeiten durch beide Seiten. Die Hochzeit sei im Jahr 2017 gewesen, die Scheidung 2020. 

Der Anklageschrift zufolge war der Bluttat hingegen ein Streit um die Erziehung der bei der Mutter lebenden gemeinsamen Kinder vorausgegangen. Dem Mann gefielen die angeblichen wechselnden Beziehungen der Ex-Frau zu anderen Männern nicht.

Der Angeklagte sei nach der Trennung von der Mutter seiner Kinder erneut bei der Familie eingezogen – schlief allerdings im Kinderzimmer. Die Frau überwachte er demnach stundenlang mit der Aufnahmefunktion seines Mobiltelefons. Mit den Worten «Der Tag ist gekommen» sei der Mann schließlich mit einem Messer in der Hand auf die Frau losgegangen und habe sie tödlich verletzt. Die 5. Strafkammer des Landgerichts hat sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 9. Dezember fallen.