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Tierschützer kritisieren Umgang mit Siebenschläfern

München (dpa/lby) – Viele Menschen halten Siebenschläfer für Schädlinge – und setzten die Tiere aus oder töten sie gleich. Das kritisieren nun Tierschützer. «Das ist ein ganz klarer Verstoß gegen Tier- und Artenschutzregeln», sagte Uwe Friedel vom Artenschutzreferat des Bund Naturschutz. «Das ist auch ethisch nicht vertretbar.» Doch viele fühlen sich durch die Nager auf dem Dachboden gestört. Gerade in der Nacht huschen sie auch durch das Haus und knabbern offen herumstehendes Essen in der Küche an.

«Klar ist das unangenehm. Aber die Muttertiere umzubringen oder auszusetzen und den hilflosen Nachwuchs sich selbst zu überlassen, finde ich noch unangenehmer», sagte Friedel. Das Problem im Umgang mit den Siebenschläfern nehme eher noch zu, denn durch den Klimawandel seien die Bedingungen für die mausähnlichen Tiere ideal.

Das beobachtet auch Sabine Gallenberger vom Verein «Wildtierwaisen Schutz». «Ich bin entsetzt und traurig, weil wir so viele Anrufe wegen Siebenschläfern bekommen», sagte die Tierschützerin. Wenn die Muttertiere ausgesetzt würden, habe der Nachwuchs kaum Überlebenschancen. Manche würden sogar mit Schädlingsmittel und Totfallen gegen die unter Artenschutz stehenden Tiere vorgehen. «Ich würde nichts sagen, wenn man Giftschlangen im Haus hätte, aber doch nicht bei so harmlosen Siebenschläfern.»

Stattdessen könne man versuchen, die Tiere mit einem Obstteller auf dem Dachboden oder im Freien fernzuhalten, rät Gallenberger. Dann gelte es zu warten, bis der Nachwuchs ausgewachsen sei. «Wenn man die Tiere einfangen will, dann nach ihrem Winterschlaf.» Wildtierschutzvereine nähmen die Siebenschläfer auf und setzten sie im Frühjahr dann artgerecht aus. Rund 40 Siebenschläfer habe «Wildtierwaisen Schutz» allein in den vergangenen Wochen versorgt, weitere Tiere an andere Ehrenamtliche vermittelt. «Wir bieten immer unsere Hilfe an», betonte die Vereinsvorsitzende.