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Taubstumme Frau bei Autorennen angefahren: Prozess

Würzburg (dpa/lby) – Nach einem mutmaßlich illegalen Autorennen in Würzburg muss sich von Dienstag (12. Januar) an ein 21-Jähriger wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten. Der Angeklagte hat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft mit seiner rücksichtslosen Fahrweise den Tod einer taubstummen Fußgängerin in Kauf genommen.

Der Mann soll sich am 1. Dezember 2019 in Würzburg mit einem Kontrahenten ein verbotenes Autorennen geliefert haben. Dabei habe er die heute 43-Jährige erfasst, die mit ihrem Hund bei Grün die Straße überquerte. Die gehörlose Frau und das Tier erlitten leichte Verletzungen.

Dem Deutschen wird vorgeworfen, über eine rote Ampel gefahren zu sein. Sein PS-starkes Auto soll er zuvor gemietet haben. An dem Autorennen soll ein zweiter Raser beteiligt gewesen sein, der bisher nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Heranwachsenden neben versuchtem Mord auch gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit verbotenem Kraftfahrzeugrennen und vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung vor.

Bundesweit hat sich die Justiz bereits mehrfach mit der Frage auseinandergesetzt, ob Raser in ihren meist aufgemotzten und hochmotorisierten Autos als potenzielle Mörder unterwegs sind und den Tod anderer billigend in Kauf nehmen. Wegweisend war eine Entscheidung des Berliner Landgerichts vom Februar 2017, als zwei Fahrer als Mörder verurteilt wurden. Es war das erste Mordurteil gegen Autoraser in Deutschland.