Mitglieder der Wasserwacht und der DLRG sitzen während der Suche auf einem Boot., © Kreiswasserwacht Starnberg/dpa/Archivbild

Suche nach vermisstem Schwimmer fortgesetzt

Zeugen sahen, wie er von einem Motorboot überfahren wurde: Die Suche nach einem untergegangenen Schwimmer auf dem Starnberger See ist am Montag fortgesetzt worden. «Die Wasserschutzpolizei sucht das ganze Areal noch mal ab», sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Sollte der Verunglückte nicht gefunden werden, komme am Dienstag ein spezielles Boot mit Sonargerät und Tauchrobotern für die Suche in größerer Tiefe zum Einsatz.

Der 32-Jährige aus München war nach Aussagen von Freunden, die ihn wenige Meter entfernt auf einem Schlauchboot begleiteten, am Sonntagnachmittag rund 300 Meter vom Ufer bei Berg entfernt von einem Motorboot überfahren worden. Er sei sofort untergegangen. Trotz einer großangelegten Suche mit rund 100 Rettungskräften fehlt von ihm seither jede Spur.

«Es wird jetzt das Verhalten des Bootsführers geprüft, wir haben aber keine konkreten Anhaltspunkte für Fehlverhalten wie Alkohol oder ähnliches», sagte die Polizeisprecherin. Der 64-Jährige habe am Unfalltag derart unter Schock gestanden, dass zunächst keine Vernehmung möglich gewesen sei. Nach Angaben der Wasserwacht stoppte der Mann sofort nach der Kollision sein Boot und half bei der Suche nach dem Schwimmer.

Zudem setzten die Freunde des Vermissten vom Schlauchboot aus einen Notruf ab. Daraufhin begannen binnen kurzer Zeit auch professionelle Helfer auf Höhe des Badegeländes Kempfenhausen am Nordende des Starnberger Sees eine intensive Suche mit Sonarbooten, Tauchern, einem Hubschrauber, Spürhunden sowie einer Unterwasserdrohne. Allerdings konnte der 32-Jährige bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht gefunden werden.

«Eine Personensuche unter Wasser ist immer von gewissen Unwägbarkeiten geprägt», erläuterte die am Einsatz beteiligte Kreiswasserwacht Starnberg. «So lässt sich der Ort, an dem eine Person untergegangen ist, nur sehr schwer konkret lokalisieren, selbst wenn man sich unmittelbar an dieser Stelle befand.» Wind und Wellen trieben ein Boot rasch davon, außerdem fehlten Fixpunkte zur Orientierung. «Zudem führen mögliche Strömungen dazu, dass Untergegangene gar nicht senkrecht nach unten sinken, sondern unter Umständen viele Meter weit weggetrieben werden. Dadurch lässt sich der abzusuchende Bereich nur sehr schwer abschließend festlegen.»

Das Motorboot wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft München II sichergestellt. Am Montag begann ein Experte bereits mit den Arbeiten an einem unfallanalytischen Gutachten. «Unfallhergang und Unglücksursache müssen wir erstmal ermitteln», betonte die Polizeisprecherin. Dies könne eine Weile dauern.