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Studie offenbart Nachholbedarf bei Bayerns Ausgleichsflächen

München (dpa/lby) – Viele Kommunen in Bayern gleichen Eingriffe in die Natur nach Ansicht des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) schlecht oder gar nicht aus – obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Studien zeigten, dass nur etwa ein Viertel der sogenannten Ausgleichsflächen den Vorgaben entspreche, teilte der LBV am Donnerstag in München mit.

Ausgleichsflächen sind nötig, wenn etwa Wald wegen eines Bauprojekts abgeholzt wird. Dann muss an anderer Stelle Fläche ökologisch aufgewertet werden, zum Beispiel durch die Renaturierung eines Flusses oder durch Streuobstwiesen.

Wie es funktionieren kann, zeigt eine Maßnahme in Röttingen (Landkreis Würzburg). Hier hat die Stadt als Ausgleich für den Bau einer Ortsumgehung ein artenreiches Biotop mit Streuobstwiesen und Magerrasen geschaffen. Doch der LBV nannte auch negative Beispiele. So würden Ausgleichsflächen mitunter intensiv landwirtschaftlich genutzt, so etwa in Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach). Hier sei auf einer Ausgleichsfläche ein Getreideacker angelegt worden.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte der Naturschutzverband mehrere Forderungen gestellt. So verlangte der LBV unter anderem zusätzliches Personal in den Genehmigungsbehörden, um die Umsetzung der Regelungen besser kontrollieren zu können. Ansonsten werde Bayern seiner selbst ausgerufenen Vorreiterrolle in diesem Bereich nicht gerecht, sagte ein Pressesprecher.

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