Studie empfiehlt höhere Investitionen in Afrika

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) empfiehlt den Unternehmen im Freistaat höhere Investitionen in Afrika. Dabei sollen sich die Firmen auch nicht von der dort stark vertretenen chinesischen Konkurrenz schrecken lassen. Wegen seiner jungen Bevölkerung, starken Wachstums und Rohstoffreichtums böten vor allem die südlich der Sahara gelegenen Ländern viel Potenzial, argumentiert vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in dem Papier, das am Donnerstag veröffentlicht werden sollte. Verfasst wurde die Studie im vbw-Auftrag von Fachleuten des in Tübingen ansässigen Instituts für neue Märkte (InNeMa).

Besonders das zentrale und südliche Afrika sind seit Jahren Ziel einer politischen und geschäftlichen Offensive der chinesischen Führung, unter anderem in Form von China-Afrika-Gipfeln, einer Kooperationsinitiative und der Anbindung afrikanischer Häfen an die im Westen als neue Seidenstraße bekannte «Belt and Road Initiative».

In der Studie wird darauf verwiesen, dass Afrika zwar nach wie vor nur einen kleinen Anteil von gut zwei Prozent an der globalen Wirtschaftsleistung hat, viele der dortigen Volkswirtschaften aber schnell wachsen. Potenzial sehen die Autoren unter anderem im Bau von Straßen und anderer Infrastruktur, im Ausbau von Energieversorgung, Telekommunikation und Internet sowie in Finanzdienstleistungen.

Geschäfte in Afrika seien «mit Herausforderungen» verbunden, hieß es. «Es handelt sich überwiegend um kleine Märkte, die aber Potenziale bieten und bei denen die operativen Geschäftsaktivitäten profitabel gestaltet werden können.» Chinesische Unternehmen seien auf Expansionskurs, mit höherer Dynamik als andere ausländische Firmen.

In absoluten Zahlen sind die deutschen Exporte ins mittlere und südliche Afrika laut Studie seit der Jahrtausendwende zwar gestiegen, aber langsamer als die Ausfuhren in andere Weltregionen. Demnach hat die Bedeutung von «Subsahara-Afrika» für die deutschen Ausfuhren in den vergangenen 20 Jahren ab- und nicht zugenommen.

Erste Anzeichen, dass sich dies ändern könnte, gibt es jedoch schon. So hatte die Allianz im Mai mit dem südafrikanischen Versicherer Sanlam ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das die größte Versicherung Afrikas sein soll. Auch die EU plädiert für größeres wirtschaftliches Engagement in Afrika.