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Stamm: Kritik an CSU-Kurs und Idee für Seehofer-Nachfolge

München (dpa) – Die scheidende Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) hat den Kurs ihrer Partei kritisiert und personelle Veränderung an der Spitze angemahnt. Die Partei habe das Thema Asyl und Flüchtlinge überhöht, sagte die Politikerin dem Bayerischen Rundfunk (BR) am Samstag. Damit habe die CSU dazu beigetragen, dass die Ängste der Menschen nicht abgebaut worden seien. Jetzt müsse sich die Partei wieder stärker um die politische Mitte kümmern.

Als Nachfolger von Parteichef Horst Seehofer schlug Stamm im «B5-Interview der Woche» den Europapolitiker Manfred Weber vor. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass die CSU keine Ein-Thema-Partei sein dürfe. Nach Stamms Einschätzung wird auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller in der Partei viel zu wenig gesehen, obwohl er bei der Bekämpfung von Fluchtursachen von entscheidender Bedeutung sei.

Stamm, die den Wiedereinzug in den Landtag verpasst hat, forderte zudem, Frauen in der CSU-Spitze stärker zu berücksichtigen. Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war die CSU auf 37,2 Prozent abgestürzt und hatte damit die absolute Mehrheit verloren. Derzeit verhandelt die Partei über eine Koalition mit den Freien Wählern.