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Stadtrat muss sich vor Gericht verantworten

Augsburg (dpa/lby) – Wegen mehrerer Strafvorwürfe soll sich in Augsburg ein Stadtrat der Freien Wähler (FW) vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Politiker Peter Hummel unter anderem Verleumdung, Beleidigung und versuchte Erpressung vor. Der 52 Jahre alte Politiker weist die Vorwürfe zurück.

Wie ein Sprecher des Augsburger Amtsgerichts am Montag sagte, sei noch kein Termin für den Prozess festgelegt worden. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet.

Hummel hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit einem Brief, den er unter einer falschen weiblichen Identität verfasst haben soll, einen anderen Augsburger Stadtrat fälschlich eines sexuellen Missbrauchs verdächtigt. In einem weiteren Fall soll Hummel laut Staatsanwaltschaft in seinem sozialen Netzwerk mit einem Fakeaccount eine Frau diffamiert haben.

Der Erpressungsvorwurf basiert darauf, dass Hummel im Kommunalwahlkampf einem Kandidaten verboten haben soll, das FW-Logo zu nutzen, es sei denn, der Kandidat zahle 500 Euro. Laut Hummel waren an diesem Vorgang noch drei weitere FW-Funktionäre beteiligt, die alle eidesstattliche Versicherungen abgegeben hätten, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Dass Kandidaten im Wahlkampf Spenden an die FW zahlen, sei darüber hinaus völlig üblich.

Hummel war bei der Kommunalwahl 2020 Oberbürgermeisterkandidat, erreichte jedoch nur 3,2 Prozent der Stimmen. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen ihn einen Strafbefehl erwirkt, gegen den Hummel aber Einspruch eingelegt hat. Deswegen soll der Fall nun öffentlich verhandelt werden. Hummel wirft den Ermittlern vor, dass er nie zu den Vorwürfen befragt worden sei. Er hoffe auf eine baldige Verhandlung, um die Beschuldigungen aus der Welt schaffen zu können.

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