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Staatsregierung sagt ja zu Grammer-Übernahme durch Chinesen

München (dpa/lby) – Ungeachtet genereller Skepsis gegen chinesische Käufe deutscher High Tech-Unternehmen hat die Staatsregierung keine Einwände gegen die geplante Übernahme des Oberpfälzer Autozulieferers Grammer. Er werde das Übernahmeangebot des chinesischen Investors Ningbo Jifeng positiv, aber auch wachsam begleiten, sagte Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) am Freitag nach einem Gespräch mit Grammer-Chef Hartmut Müller. «Die Investorenvereinbarung zwischen der Grammer AG und Ningbo Jifeng ist zu begrüßen, weil sie die zukünftige Entwicklung von Grammer stärkt und die Eigenständigkeit des Unternehmens wahrt.»

Die Chinesen haben versprochen, den Hauptsitz der Gesellschaft in der Oberpfalz zu belassen, und außerdem Zusagen zu Standorten, Mitarbeitern und zum Schutz des geistigen Eigentums gegeben. «Investoren sind und bleiben im Freistaat willkommen», sagte Pschierer.

Die Staatsregierung hat im Bundesrat eine Initiative gestartet, die es dem Bund leichter machen soll, unerwünschten chinesischen Übernahmen in Schlüsselindustrien einen Riegel vorzuschieben. «Zugleich halte ich es für wichtig, im Falle kritischer Infrastrukturen und Schlüsselindustrien bessere Möglichkeiten zu schaffen, Investitionen zu prüfen und im Zweifel zu untersagen», sagte Pschierer. «Für den Fall Grammer trifft dies aber nicht zu.»