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SPD-Landesvorstand diskutiert über Wahlpleite

Nürnberg (dpa/lby) – Exakt eine Woche nach der größten Pleite der Bayern-SPD bei einer Landtagswahl will in Nürnberg der Landesvorstand über personelle Folgen und die weitere Aufarbeitung sprechen. Für die politische Zukunft der massiv unter Druck stehenden Landeschefin Natascha Kohnen ist das Treffen heute ein wichtiger Gradmesser. Dem Vernehmen nach ist Kohnen trotz des schlechten Wahlergebnisses von 9,7 Prozent nicht zu einem Rücktritt bereit. Ihre Amtszeit läuft turnusmäßig noch bis Mai 2019. Es ist aber denkbar, dass der dann anstehende Wahlparteitag auf Januar vorgezogen wird.

Bereits unmittelbar nach der Wahl waren erste Rücktrittsforderungen an Kohnen laut geworden. In der Folge hatte Kohnen zwar eine umfassende Aufarbeitung angekündigt, wie diese aber konkret aussehen soll, ist bislang offen. Bereits am Donnerstag hatte die auf 22 Personen geschrumpfte SPD-Landtagsfraktion mit der Aufarbeitung begonnen. Ein externer Berater kam dabei dem Vernehmen nach unter anderem zu dem Schluss, das neben der schlechten Performance der SPD in der Bundesregierung auch die auf Kohnen zugeschnittene Wahlkampagne im Land ein Grund für das schlechte Ergebnis war.