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Soldat gesteht: für Anabolika Getränkemarkt ausgeraubt

Würzburg (dpa/lby) – Ein 20-jähriger Bundeswehrsoldat soll zusammen mit einem 19-jährigen Schüler einen Getränkemarkt in Unterfranken ausgeraubt haben, um sich mit dem erbeuteten Geld den Konsum von Dopingmitteln leisten zu können. Gegen die beiden Männer wird seit Dienstag vorm Landgericht Würzburg verhandelt, unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung. Beide gestanden die Tat im Wesentlichen.

Demnach hatten die jungen Männer im September einen Mitarbeiter des Getränkemarktes in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) nach Geschäftsschluss mit einer Pistole und einem Messer zurück ins Geschäft gedrängt und ihn aufgefordert, einen Tresor zu öffnen. Anschließend sollen sie ihn unter der Drohung, ihn anzuzünden, mit Wodka übergossen haben. Zum Vernichten von Spuren sollen sie zwei Brände gelegt haben. Laut Anklage erbeuteten sie knapp 10 000 Euro und richteten einen Sachschaden von 120 000 Euro an.

In der Wohnung des Soldaten, eines Gebirgsjägers, fanden die Ermittler die Beute sowie größere Mengen an Anabolika und anderen Muskelwachstumspräparaten, die laut Anklage unter das Dopinggesetz fallen. Die Idee zum Raub hatte der Soldat nach eigenen Angaben aufgrund von chronischem Geldmangel. Die Kosten für die Anabolika seien höher gewesen als sein Sold. Der andere Angeklagte sei ein Bekannter, der im Getränkemarkt arbeitete und die Abläufe kannte. Das Urteil wird für den 23. Juli erwartet.