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Bayerns Politik und Sport huldigen Nowitzki

Dallas/Würzburg/München (dpa/lby) – Der Rücktritt von Dirk Nowitzki im fernen Texas hat auch daheim in Würzburg und Bayern Sportler, Vereine und Politiker bewegt. Der 40-Jährige «ist für uns nicht nur eine Legende, sondern der beste deutsche Sportler aller Zeiten», schrieb Nowitzkis ehemaliger Verein s.Oliver Würzburg bei Twitter. «Wir verneigen uns vor dem German Wunderkind», hieß es beim deutschen Meister FC Bayern, der sich ebenso wie die Bundesliga-Rivalen Brose Bamberg und medi Bayreuth beim Ex-Nationalspieler bedankte.

Nowitzki hatte am Dienstag (Ortszeit) nach dem letzten Heimspiel der Saison mit den Dallas Mavericks verkündet, nach 21 Spielzeiten in der amerikanischen Eliteliga NBA seine ruhmreiche Karriere zu beenden.

«Dirk Nowitzki ist nicht nur einer der längsten, sondern auch der größten Franken aller Zeiten», sagte Ministerpräsident Markus Söder der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Der Basketball-Superstar sei «immer seiner Heimat und den Menschen in Franken verbunden geblieben». Durch seine Art und sein soziales Engagement habe er hierzulande und in seiner Wahlheimat Amerika «viele Menschen persönlich berührt», ergänzte der CSU-Parteivorsitzende.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) will Nowitzki eine der höchsten Auszeichnungen des Freistaates verleihen, die nur sehr selten vergebene Bayerische Verfassungsmedaille. Das sagte sie der dpa und schrieb an den Basketballer: «Dirk Nowitzki hat mit seinem Können, aber auch mit seiner Art viel zur deutsch-amerikanischen Freundschaft beigetragen. Er ist eine menschliche Transatlantikbrücke.»

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt würdigte den bekanntesten Sportler der Stadt und sagte: «Ich denke, wir Würzburger sind deshalb so stolz auf unseren Ausnahmeathleten, weil er trotz aller seiner Sprungkraft charakterlich nie abgehoben ist.» Darüber hinaus betonte der Politiker: «Wer am Ende einer sagenhaften Karriere in der ewigen NBA-Scorerliste direkt hinter Michael Jordan steht und sogar einen Meistertitel verbuchen konnte, der hat auf dem Platz alles richtig gemacht. Aber nicht nur hier – in den größten Basketball-Arenen der Welt – war und ist Dirk Nowitzki ein Vorbild.»

Mit mehr als 31 540 Zählern in der regulären Saison ist er Sechster der ewigen Scorerliste, 2011 holte er den NBA-Meistertitel.

Damals hatte es im Rathaus der unterfränkischen Hauptstadt einen großen Empfang für Nowitzki gegeben, er trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Offiziell gab es am Mittwoch von der Stadt auf Anfrage keine Informationen über mögliche geplante Ehrungen für den Weltstar.

Auch wenn der Sportler inzwischen seit zwei Jahrzehnten in Dallas wohnt, hat er immer noch starke familiäre Verbindungen nach Würzburg, in den Sommerpausen kommt er häufig zu Besuch. Zudem gibt es am Main die Dirk-Nowitzki-Stiftung, die seit 2005 verschiedene Projekte für Kinder unterstützt. «Er hat vor allem vorgelebt, dass man nicht jeden Euro oder Dollar verdienen muss, den man leicht verdienen könnte», sagte Bürgermeister Schuchardt.

«Was für ein fantastischer Sportsmann!!!!», schrieb Fußballer Thomas Müller bei Twitter. «Danke für großartige 21 Jahre.» Die vor fünf Jahren zurückgetretene Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch meinte: «Ich wünsche dir das Allerbeste für das Leben nach dem Sport. Vielleicht finden wir jetzt Zeit, mal zusammen Ski fahren zu gehen.»