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Söder: Kreuz für christliche Botschaft und Grundhaltung

Rom/München (dpa/lby) – Pünktlich zum Start der Kreuzpflicht für bayerische Landesbehörden hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Entscheidung verteidigt. Das Kreuz stehe für die christliche Botschaft sowie Grundhaltung mit Respekt und Werten. Insbesondere in Zeiten, in denen vieles unsicher ist, brauche es Halt, sagte Söder am Rande seiner Reise zu Papst Franziskus.

Nach einem Beschluss des bayerischen Kabinetts muss seit heute in den Dienstgebäuden des Freistaats ein Kreuz im Eingangsbereich hängen. Das soll die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich machen. Für Hochschulen, Theater und Museen gilt keine Pflicht, sondern nur eine Empfehlung. Dort hatte es Widerstand sowohl von Studenten als auch von Wissenschaftlern und Künstlern gegeben – auch wenn das Wissenschaftsministerium betont hatte, die Ausnahme sei von Anfang an geplant gewesen.

Hochrangige Oppositionspolitikerinnen von SPD und Grünen forderten in der «Augsburger Allgemeinen» das Aus für den Kreuz-Erlass. «Ein souveräner Ministerpräsident würde den Fehler einräumen und den Erlass zurücknehmen», sagte Kohnen, SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Oktober. «Wir gehen davon aus, dass der Kreuz-Erlass verfassungswidrig ist», sagte Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote.

Auch die auf einen Wiedereinzug in den Landtag hoffende FDP kritisierte den Erlass scharf: «Heute wäre für Markus Söder der perfekte Tag gewesen, sich bei Papst Franziskus für den Missbrauch des christlichen Kreuzsymbols zu Wahlkampfzwecken zu entschuldigen», sagte Spitzenkandidat Martin Hagen.