Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht während einer Pressekonferenz., © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Söder: «keine Hängepartie» bei Verteidigungsministerium

CSU-Chef Markus Söder hat zügige Klarheit über eine mögliche neue Führung des Verteidigungsministeriums gefordert. Nach Berichten über einen bevorstehenden Rücktritt von Ministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte der bayerische Ministerpräsident der «Bild am Sonntag»: «Eine mögliche Nachfolge muss sofort geklärt werden.» Es dürfe keine Hängepartie geben. «Und es muss diesmal Kompetenz vor innerparteilichen Proporz gehen.»

Am Freitagabend hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, Lambrecht stehe vor einem Rückzug von ihrem Ministerposten. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bislang nicht. Fragen von Journalisten dazu wurden von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Samstag bei der Eröffnung eines Flüssiggas-Terminals in Lubmin an der Ostsee geflissentlich überhört.

Lambrecht steht seit Monaten immer wieder in der Kritik, die oppositionelle Union hatte wiederholt ihren Rücktritt verlangt. Kritiker werfen der Ministerin etwa die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr oder fehlende Sachkenntnis vor, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit wurde immer wieder bemängelt. Negativschlagzeilen machte ein Foto ihres Sohnes auf Mitreise in einem Bundeswehrhubschrauber. Zuletzt sorgte eine auf Instagram verbreitete Neujahrsbotschaft, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk über den Ukraine-Krieg sprach, für Irritationen.