© Peter Kneffel

Söder hebt Leistung der DDR-Bürger bei Mauerfall hervor

München (dpa/lby) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Tag des Mauerfalls am 9. November vor 30 Jahren als «unglaublich, großartigen deutschen Tag» gewürdigt. Zu verdanken sei er zuallererst den Menschen in der ehemaligen DDR. «Diesen Mut, diese Bereitschaft, durch viele Demonstrationen in einer völlig unsicheren Situation, ein System von innen heraus zu brechen, ist eine unglaubliche, vielleicht die größte Leistung, die auf deutschem Boden je geschehen ist», sagte Söder. Die DDR-Bürger hätten den Friedensnobelpreis verdient.

Er habe sich als Kind nicht vorstellen können, dass die Grenze zur DDR sich je öffnen werde, wenngleich er es stets gehofft habe. Söder würdigte auch die Beiträge des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, des damaligen Generalsekretärs des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, sowie der US-Regierung. «Aber der Ausgangspunkt war die Bewegung der Menschen in der DDR», betone der Ministerpräsident.

Bayern, das mit den Regierungsbezirken Oberfranken und Unterfranken an das Gebiet der ehemaligen DDR grenzt, erlebte in den Tagen nach dem 9. November 1989 eine wahre Flut von Besuchern. Die vorhandenen Grenzübergänge wurden von DDR-Bürgern mit ihren Trabi-Fahrzeugen an die Kapazitätsgrenzen gebracht, binnen Tagen wurden neue Grenzübergangsstellen zur Entlastung geschaffen.

Die Polizei Mittelfranken veröffentlichte am Samstag die Kopie eines Flugblattes, mit dem sie sich damals an die Gäste aus der DDR gewandt hatte. Darin wurde unter anderem auf unterschiedliche Verkehrsvorschriften in beiden Teilen Deutschlands und auf die Bedeutung von in der DDR nicht gängigen Verkehrsschildern hingewiesen. In den Innenstädten grenznaher bayerischer Städte herrschte Ausnahmezustand. Selbst die Filialen von Optikern und Modehäusern wurden wegen der übergroßen Nachfrage zu Verkaufsständen für Bananen und Orangen.