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Söder besucht Nationalpark Bayerischer Wald

Neuschönau (dpa/lby) – Deutschlands ältester Nationalpark soll größer werden – um gut 600 Hektar. Zum 50. Jahrestag der Eröffnung hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das Informationszentrum in Neuschönau (Landkreis Freyung-Grafenau) besucht und die vom Ministerrat beschlossene Erweiterung offiziell verkündet. Der Nationalpark Bayerischer Wald sei ein Schatz, den es zu schätzen und zu schützen gelte, sagte er. Aus ökologischer Sicht sei der Nationalpark wichtig für ganz Bayern und aus ökonomischer Sicht wertvoll für Lebensqualität, Wirtschaft und Tourismus in der Region.

Die Erweiterungsfläche liegt an der Grenze zum tschechischen Nationalpark Sumava. Insgesamt wird sich der Nationalpark Bayerischer Wald dann über eine Fläche von knapp 25 000 Hektar erstrecken. Mit weiteren Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro bis 2024 – in Wanderwege, Barrierefreiheit und ein Besucherleitsystem – soll laut Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) die Attraktivität des Nationalparks zusätzlich gesteigert werden. Etwa 1,3 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Nationalpark.

Sieben Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen – darunter der Bund Naturschutz, Greenpeace und der Landesbund für Vogelschutz – gratulierten am Mittwoch zum Jubiläum und stellten in München zugleich ein Nationalpark-Bündnis vor. Damit setzen sie sich für die Errichtung eines dritten Nationalparks in Bayern ein.

Am Dienstag hatten bereits die Grünen die Schaffung eines dritten Nationalparks Bayern gefordert. Ein weiterer Nationalpark sei auch für den Artenschutz wichtig. Auch aus der SPD-Fraktion wurde erneut die Forderung laut, einen Nationalpark im Steigerwald mit einer Machbarkeitsstudie voranzubringen. Im Freistaat gibt es neben dem Nationalpark Bayerischer Wald einen zweiten in Berchtesgaden. 2018 hatte Ministerpräsident Söder nach einer langen Debatte entschieden, dass es auf absehbare Zeit keinen dritten Nationalpark geben werde.