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Singvögel werden in Deutschland für die Züchtung eingefangen

München (dpa) – Nach einem aufgeflogenen Singvogel-Schmuggel in Bayern warnen Experten vor illegalen Geschäften mit Finken. Immer wieder werden wildlebende Singvögel gefangen, um ihren örtlichen Vogel-Dialekt in die Züchtung einfließen zu lassen, wie Eric Neuling vom Naturschutzbund Deutschland erklärte. Das verspreche gute Chancen bei Gesangswettbewerben. «Das Thema mit den Gesangswettbewerben haben wir in Deutschland eher im ländlichen Raum – im Harz, im Erzgebirge. Die Finken treten gegeneinander an und wer am schönsten singt, bekommt einen Preis.»

Den Verkauf illegal eingefangener Vögel bezeichnet Axel Hirschfeld, Pressesprecher des «Komitees gegen den Vogelmord» als «Millionengeschäft». Er schätzt, dass «eine Individuen-Anzahl im hohen fünfstelligen Bereich» durch Deutschland geschmuggelt wird oder hier auf den Markt kommt.

Mitte Oktober war der Polizei bei Ruhstorf an der Rott (Landkreis Passau) ein Mann ins Netz gegangen, der zahlreiche Vögel im Kofferraum transportierte. Das Veterinäramt Passau zählte anschließend 248 Finken. Gegen den Mann wurden Anzeigen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Binnenmarkt-Tierseuchengesetz gestellt.

© dpa-infocom, dpa:211120-99-71879/2