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Simon Boch unterbietet in Dresden Marathon-Olympia-Norm

Dresden (dpa/sn) – Simon Boch hat bei seinem Marathon-Debüt auf Anhieb die Olympia-Norm geknackt. Der 26-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg lief beim internationalen Citylauf in Dresden nach 2:10:48 Stunden über die Ziellinie und unterbot damit die Norm von 2:11:30 Stunden. Der mehrfache deutsche Crossmeister ist nach Amanal Petros, Hendrik Pfeiffer (beide Wattenscheid) und Richard Ringer (Rehlingen) der vierte deutsche Läufer, der die vorgegebene Marke unterboten hat und sich nun Hoffnungen auf ein Tokio-Ticket machen kann.

Mit seiner Zeit, die er bei dem nur als Elitelauf ausgetragenen Rennen ab dem zwölften Kilometer bei kaltem und windigem Wetter im Alleingang erreichte, schob er sich vor Ringer auf Rang drei der deutschen Bestenliste. Weil es nur drei Olympia-Fahrkarten gibt, ist Richard Ringer nun in drei Wochen beim Hamburg Marathon im Zugzwang.

«Ich bin schnell losgelaufen, war lange auf Kurs 2:09 Stunden, doch es war kein Marathontag. Der Wind blies zu stark und dann fiel der Tempomacher früh aus. Aber ich bin froh, dass ich in Zeiten von Corona so eine Chance hatte», sagte Boch.

Sein Konkurrent Ringer konnte sich in Dresden zumindest mit dem Sieg im Halbmarathon trösten. Er setzte sich im Spurt in 1:01:33 Stunden durch und verwies die beiden Wattenscheider Nils Voigt (1:01:35) und den deutschen Marathon-Rekordhalter Amanal Petros (1:01:37) auf die Plätze. Ringer, der das Ergebnis von Boch natürlich registriert hatte, gratulierte dem Konkurrenten und erklärte: «Da wird es in drei Wochen in Hamburg spannend.»

Petros hat das Olympia-Ticket als bester Deutscher schon so gut wie in der Tasche. Er reiste direkt aus dem Trainingslager in Kenia an und war angesichts des kalten Wetters mit seinem dritten Platz und der neuen persönlichen Halbmarathon-Bestzeit zufrieden: «Ich komme aus Gefilden, wo dauerhaft 30 Grad herrschten, da boten Kälte und Wind nicht so die optimalen Bedingungen.» Immerhin ließ er die beiden ehemaligen Marathon-Europameister Koen Naert (Belgien/1:01:38) als Vierten und Sondre Moen (Norwegen/1:01:42) als Fünften hinter sich.

Über 10 Kilometer der Frauen gab es durch Katharina Steinruck (Frankfurt) einen weiteren deutschen Erfolg. Die Marathon-Spezialistin, die schon mehrfach die Olympia-Norm unterbot, lief bei ihrem Saisoneinstand sehr gute 31:59 Minuten. Damit rückte die 31-Jährige in der deutschen Bestenliste auf Platz zehn.

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