Eine Uferschnepfe steht auf einem Feld in einem Naturschutzgebiet in Niedersachsen., © Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Sender sollen bedrohte Uferschnepfe vor Mähtod schützen

Sender sollen helfen, die vom Aussterben bedrohte Uferschnepfe zu schützen. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat in diesem Jahr erstmals sechs Jungvögel der Wiesenbrüter im Altmühltal im Landkreis Ansbach in ihren versteckten Nestern ausfindig gemacht und mit kleinen Radiosendern ausgestattet. Dadurch könnten die Fachleute die Position der Küken bestimmen und eine Mahd der Wiese verschieben, damit die kleinen Uferschnepfen keinen Schaden nehmen, teilte der Gebietsbetreuer im Altmühltal, Jan Heikens, am Mittwoch mit.

In Bayern haben im vergangenen Jahr nach LBV-Angaben nur noch 19 Paare der Uferschnepfe gebrütet. Damit sei der grau-braune Vogel mit dem langen, markanten Schnabel vom Aussterben bedroht. Mit Hilfe des Senders wollen die Naturschützerinnen und Naturschützer auch Informationen darüber gewinnen, wo sich Uferschnepfenfamilien am liebsten aufhalten, um so Schutzmaßnahmen zu verbessern.

«Immer extremere Witterung, häufige Mahd, Nahrungsmangel, Störungen durch Freizeitsuchende und viele Fressfeinde drücken seit vielen Jahren die Bestände der Uferschnepfe in ganz Europa», sagte Heikens. Eine Dauerlösung könnten die Sender deshalb nicht sein. Eine wirkliche Chance habe die Uferschnepfe in Bayern erst, wenn sich in den noch bestehenden Brutgebieten schnell etwas ändere. Dafür müssten die Bedingungen vor Ort unter anderem zusammen mit Landwirten, Gemeinden und Jägern verbessert werden.