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Schulleitungsverband lehnt Selbsttests in Klassenzimmern ab

München (dpa/lby) – Der bayerische Schulleitungsverband lehnt Schüler-Selbsttests in Klassenzimmern ab. Es könne nicht sein, dass Schulleitungen die Verantwortung dafür trügen, dass Selbsttests ordnungsgemäß durchgeführt würden, kritisierte der Verband am Freitag. Das Verfahren müsse zurückgenommen werden; die Tests müssten zu Hause unter Anleitung der Eltern oder durch die Eltern stattfinden.

An den Schulen gebe es keinerlei Schutzausrüstung, erläuterte der Verband, der Schulleitungen an Grund-, Mittel- und Förderschulen vertritt. Nun sollten ungeimpfte und somit ungeschützte Lehrkräfte Selbsttests bei Grund- und Mittelschülern anleiten, überwachen und gegebenenfalls eingreifen. Das sei nicht zumutbar. Mindestabstände seien nicht einhaltbar – und bei den Tests müssten Masken abgesetzt werden. «Zudem wird das Ziel, infizierte Schüler/innen von der Schule fernzuhalten, ad absurdum geführt, wenn diese in den Klassenzimmern getestet werden.»

Der Verband beruft sich auf ein Papier des Kulturministeriums, in dem es heißt, die Selbsttests sollten «spätestens nach den Osterferien» an den Schulen erfolgen – im Klassenzimmer oder anderen Räumen sowie unter Aufsicht und gegebenenfalls unter Anleitung. Ein Ministeriumssprecher ergänzte, die Teilnahme sei für die Schüler freiwillig, die Zustimmung der Eltern nötig. Jede Schule entscheide für sich, ob die Selbsttests schon vor den Osterferien möglich seien.

Der Schulleitungsverband kritisierte weiter, zu guter Letzt liege die Entsorgung der Tests bei Lehrkräften und Schulen. Lehrkräfte könnten dabei mit dem Speichelsekret eines Kindes in Berührung kommt. «Das kann absolut nicht verlangt werden. Die Grenze der Zumutbarkeit ist hier klar überschritten.» Der Gesundheitsschutz des Personals und die Fürsorgepflicht für das Personal werde «in grobem Maße» verletzt.

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