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Schüler zeichnen jüdische Schicksale mit Führerscheinen nach

Lichtenfels (dpa/lby) – Ein Jahr lang zeichneten Schüler das Schicksal jüdischer Bürger anhand von wiederentdeckten Führerscheinen nach. Vom 9. November an ist in Lichtenfels die Ausstellung «13 Führerscheine. Dreizehn jüdische Schicksale» zu sehen. Nach Angaben von Seminarleiter Manfred Brösamle-Lambrecht wollen neun der von den Schülern ermittelten Nachfahren der NS-Opfer zur Eröffnung kommen.

Die von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Fahrerlaubnisse waren nach Angaben von Landrat Christian Meißner (CSU) bei der Digitalisierung von Akten im Landratsamt zum Vorschein gekommen.

In einem Praxis-Seminar am Meranier-Gymnasium rekonstruierten die Schüler dann die Lebensläufe und den Überlebenskampf der vom NS-Regime drangsalierten Menschen. Fünf Menschen wurden den Recherchen zufolge ermordet, acht gelang rechtzeitig die Flucht in die USA oder nach Südamerika.