Die Nachfrage nach seelsorgerlichen Angeboten per Telefon oder Chat ist auch 2022 hoch gewesen., © picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

Schockmasche: Betrüger zweimal in Selb erfolgreich

Sehr aktiv sind gerade wieder Betrüger mit Schockanrufen und -Nachrichten über den Messenger-Dienst Whatsapp. Und das in ganz Oberfranken. In Selb waren sie gleich zweimal in den vergangenen Tagen erfolgreich: Eine ältere Dame hat einem unbekannten Geldabholer Wertgegenstände im mittleren fünfstelligen Bereich übergeben. Vorher hatten ihr falsche Polizisten am Telefon erzählt, dass ihre Tochter sonst ins Gefängnis kommt. Die Wertgegenstände hat sie dann einem fremden Mann in einer Föhn-Verpackung mitgegeben. Der soll etwa 30 Jahre alt, mittelgroß und kräftig gewesen sein. Die komplette Beschreibung findet ihr auf unser Website. Die Kripo Hof bittet um Zeugenhinweise. Die Dame hat den Mann Dienstagmittag in der Straße „Bei der Linde“ in Selb getroffen.
Ebenfalls in Selb haben Unbekannte 4000 Euro von einem Vater ergaunert. Ihn schrieben sie mit den Worten „Hallo Papa, mein Handy ist kaputt“ an und gaben sich als Sohn in Geldnot aus.
Die Polizei rät: Bleibt bei Geldforderungen misstrauisch, lasst euch nicht unter Druck setzen und übergebt keine Wertsachen an Unbekannte.
Hier die komplette Meldung des Polizeipräsidiums Oberfranken:
Betrüger mit Schockanrufen und WhatsApp erfolgreich
Erneut versuchten Betrüger mit der Masche des Schockanrufs Bürgerinnen und Bürger um ihr Erspartes zu bringen. Eine Vielzahl von Anrufen registrierte die oberfränkische Polizei diesmal im Raum Bayreuth, Bamberg und Hof. In rund zwei Dutzend Fällen wandte man sich am Dienstag besorgt an die Einsatzzentrale Oberfranken und meldete verdächtige Anrufe, die man zuvor erhalten hatte. Die meisten dieser Betrügereien blieben glücklicherweise im Versuchsstadium stecken, da die Angerufenen die Masche erkannten und den Hörer prompt auflegten. In zwei Fällen kam es jedoch zur Geldübergabe. In einem weiteren Fall gelang es den Tätern über einen Messenger-Dienst mehrere tausend Euro zu ergaunern. Die jeweiligen Kriminalpolizeiinspektionen haben die Ermittlungen übernommen.

Falsche Polizisten am Telefon
Am Dienstagmittag übergab eine 74-Jährige in Selb Wertgegenstände in einem mittleren fünfstelligen Eurobereich an einen unbekannten Geldabholer. Die Dame war in dem Glauben, dass sie hierdurch ihre Tochter vor dem Gefängnis bewahren würde. Die Wertsachen befanden sich bei der Übergabe in einer orange-weiß-blauen Pappschachtel, auf welcher ein Föhn abgebildet war. Es handelt sich hierbei um die Originalverpackung eines Haartrockners der Marke Beurer. Der Karton war zudem mit braunem Paketband zu geklebt.
Der männliche Abholer kann wie folgt beschrieben werden:
  • zirka 30 Jahre alt
  • in etwa 170 – 175 Zentimeter
    groß
  • kräftige Statur
  • dunkelbraune, kurze Haare
  • er trug Jeans und einen blauen
    Anorak
Die Kriminalpolizei Hof ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Dienstagmittag, zwischen 11.40 Uhr und 12.30 Uhr, verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge im Bereich der Straße „Bei der Linde“ in Selb bemerkt hat, wird gebeten, sich unter der Tel.-Nr.
09281/704-0 bei der Kripo Hof zu melden.

Auch in Bamberg wurde einer 88-Jährigen über mehrere Stunden vorgegaukelt, dass eine ihr nahestehende Person einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sie nun eine Kaution zahlen müsse. Daher übergab die hilfsbereite Seniorin am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag an eine unbekannte weibliche Person in der Jungkreutstraße in Bamberg. Das Geld befand sich hierbei in einem kleinen, roten Lederrucksack.
Die weibliche Geldabholerin wird wie folgt beschrieben:
  • zirka 30 Jahre alt
  • in etwa 160 Zentimeter groß
  • schlanke Statur
  • sprach gebrochen Deutsch
  • sie trug einen weißen
    Strickmantel mit Kapuze
Die Kriminalpolizei Bamberg hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise zu der Abholerin unter der Tel.-Nr. 0951/9129-491.

„Hallo Papa, mein Handy ist kaputt“ So begann die Konversation zwischen Unbekannten und einem 67-Jährigen über WhatsApp. Der fürsorgliche Vater aus Selb half seinem vermeintlichen Sohn in Geldnot bereitwillig mit über 4000 Euro aus, bevor er den Betrug bemerkte. Sich per Textnachricht als nahestehende Person auszugeben und um eine Überweisung zu bitten, ist
mittlerweile eine gängige Masche der Gauner.
In diesem Zusammenhang warnt die Polizei Oberfranken erneut vor diesen Betrugsmaschen:
  • Seien Sie misstrauisch bei solchen Anrufen und wenn Sie per WhatsApp und Co. mit
    Geldforderungen konfrontiert werden.
  • Übergeben bzw. überweisen Sie kein Geld (oder Wertsachen) an Unbekannte
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
  • Legen Sie auf und rufen die 110
  • Löschen Sie keinesfalls den Chatverlauf