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Industriesparte gleicht bei Schaeffler Auto-Probleme aus

Herzogenaurach (dpa) – Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler bekommt die weltweite Chipkrise zu spüren. Im Autobereich habe es im dritten Quartal deutliche Einbußen gegeben, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Natürlich haben wir uns bei Automotive nicht ganz von der Branche abkoppeln können.» Der Industriebereich, wo Schaeffler etwa Lager für Windkraftanlagen oder Flugzeugturbinen herstellt, sei dafür stark gewachsen. «Es macht absolut Sinn, beide Geschäftsfelder nebeneinander zu betreiben», sagte Rosenfeld.

Dank des Industriegeschäfts könne Schaeffler die Prognose für das Gesamtjahr bezüglich der Gewinnmarge aufrechterhalten. Beim Umsatz musste die Prognose allerdings angepasst werden. Hier erwartet Schaeffler jetzt nur noch ein Wachstum von mehr als sieben Prozent, nach bislang erwarteten elf Prozent.

Der Umsatz des Familienunternehmens stieg in den ersten neun Monaten währungsbereinigt um 15,9 Prozent. In der E-Mobilität, wo Schaeffler unter anderem Antriebsteile für Elektrofahrzeuge herstellt, gab es sogar ein Wachstum von mehr als 22 Prozent.

Im dritten Quartal gingen die Einnahmen aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent zurück, wie das Unternehmen berichtete. Der Industriebereich habe stärkere Rückgänge in der Autosparte zum Teil ausgeglichen. Der Autobereich schrumpfte um 12,2 Prozent. «Die Nachfrage nach Autos ist da, aber das Angebot kommt nicht», sagte Rosenfeld. Die Krise werde sich deutlich ins kommende Jahr hineinziehen. Rosenfeld sprach von «ziemlichen Verspannungen im Markt».

Insgesamt setzte Schaeffler von Januar bis September 10,35 Milliarden Euro um, im Vergleichszeitraum 2020 waren es 8,96 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Sondereffekte lag in bei 994 Millionen nach 376 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bezogen auf das dritte Quartal musste Schaeffler aber auch hier einen Rückgang hinnehmen: 272 Millionen im laufenden Jahr nach 322 Millionen im Vorjahreszeitraum.

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