© Jan Woitas

Sachsen schiebt erneut Tunesier in Sammelcharter ab

Leipzig/Dresden (dpa/sn) – Sachsen hat am Mittwoch erneut Tunesier mit einem Sammelcharter in ihre Heimat abgeschoben. Die 25 Betroffenen waren ausreisepflichtig, 16 von ihnen hatten zuletzt in Sachsen gelebt, teilte das Innenministerium in Dresden mit. Die anderen wurden aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz zum Flughafen Leipzig-Halle gebracht. 13 von ihnen kamen direkt aus dem Gefängnis ins Flugzeug. Es war bereits der zehnte sächsische Sammeltransport nach Tunesien in diesem Jahr. Aus Sicherheitsgründen dürfen jeweils nur 25 abgelehnte Asylbewerber an Bord.

Nach Angaben des Innenministeriums leben derzeit in Sachsen 11 881 ausreisepflichtige Ausländer, davon 588 Tunesier. Knapp 9000 sind aber geduldet, vor allem weil Reisedokumente fehlen. Die meisten stammen aus Indien, Russland, Pakistan und Afghanistan. Von Januar bis Ende September sind 1488 abgelehnte Asylbewerber von Sachsen aus abgeschoben worden. Im Jahr 2017 waren es 2267.

Der Sächsische Flüchtlingsrat kritisierte am Mittwoch eine für den 13. November geplante Abschiebung von Leipzig nach Afghanistan als unmenschlich. «Die Kritik an dieser Praxis ist bekannt, an diesem Flughafen entzündet sie sich aber auch an dem Ort, an dem die Abschiebung vollzogen wird», erklärte das Gremium.