Sabotage und Feuer an Biogasanlage

Mehr als neun Monate nach der Sabotage an einer Biogasanlage in Unterfranken verdichten sich die Hinweise, dass der Verdächtige auch für ein dortiges Feuer verantwortlich sein könnte. Das Motiv des 34-Jährigen sei aber weiter ungeklärt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Würzburg am Dienstag mit. Am vergangenen Donnerstag durchsuchten Beamte die Wohnung des Beschuldigten. Beschlagnahmte Datenträger würden nun ausgewertet.

Wie groß der Schaden ist, der durch die Machenschaften des Mannes aus dem Landkreis Würzburg an der Anlage in Reichenberg verursacht worden sein soll, steht noch nicht fest – es seien mindestens 64.000 Euro. Verschiedene Rechnungsposten stünden aber noch aus.

In der Nacht zum 5. Juli 2021 hatte es an der Anlage zunächst gebrannt. Die Ermittler gingen zwar von einer vorsätzlichen Tat aus – einen Verdächtigen hatten sie aber zunächst nicht.

Im Februar dieses Jahres liefen dann rund 1000 Kubikmeter Gärreste aus der Biogasanlage aus. Zwei Entnahmeluken wurden nach bisherigen Erkenntnissen absichtlich geöffnet. Die Gärreste gelangten in einen Bach. Experten konnten später in dem verunreinigten Gewässer keine lebenden Kleinlebewesen mehr finden. Das verunreinigte Wasser wurde abgepumpt und durch ein Klärwerk in die Kanalisation geleitet. Zwei Tage nach dem Austritt konnte der Bach wieder normal fließen.

Noch am Tattag wurde der 34-Jährige vorläufig festgenommen, kam später aber wieder frei.