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Rummenigge: «Frauenfußball muss schleunigst höherschalten»

München (dpa) – Karl-Heinz Rummenigge befürwortet eine Neuausrichtung des Frauenfußballs in Deutschland. «Die Entwicklung im Männerfußball ist ein gutes Vorbild. Als sich die Profi-Vereine vor 21 Jahren in der DFL unabhängig aufgestellt haben, hatte das eine nachhaltig positive Entwicklung zur Folge. Man muss ehrlich sein: Der Frauenfußball ist im deutschen Fußball bisher im Grunde ein Stiefkind», sagte der Vorstandschef des FC Bayern München am Freitag. «Und es ist höchste Zeit, sich so darum zu kümmern, wie er es verdient. Wir müssen den Frauenfußball nachhaltiger entwickeln, als es in den letzten Jahren beim DFB möglich war.»

Das solle keine Verbandskritik sein, «aber es sollte jetzt einfach als Interesse und als Aufgabe von allen gesehen werden, die Frauen gemeinsam mit dem DFB analog zum Vorbild Männerfußball in die Unabhängigkeit zu entlassen», appellierte Rummenigge. «Allerdings wäre eine eigenständige Struktur sinnvoller, als an die DFL angedockt zu werden, sonst würden sich die Frauen als fünftes Rad am Wagen Männerfußball fühlen.»

Nach zuletzt 26 Siegen der Bayern-Fußballerinnen am Stück lobte Rummenigge deren Entwicklung. «Es ist unser Ziel und Anspruch, auch im Frauenfußball Maßstäbe zu setzen, und da sind wir auf einem sehr guten Weg», sagte der 65-Jährige. «Ich werde immer öfter auch von Kollegen aus dem Ausland auf unsere Entwicklung angesprochen, das wird sehr wohl registriert. Wir haben das schon oft formuliert: Wo auch immer der FC Bayern antritt, wollen wir die Nummer 1 sein. Allerdings teile ich die Ansicht von unserer Abteilungsleiterin Karin Danner und unserer Sportlichen Leiterin Bianca Rech, dass der deutsche Frauenfußball insgesamt schleunigst höher schalten muss.»

Die Fußballerinnen stehen durch ein 1:0 am Donnerstagabend beim schwedischen Rekordmeister FC Rosengard zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Halbfinale der Champions League. National geht es am Sonntag im Pokal-Halbfinale beim VfL Wolfsburg weiter.

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