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Inzidenz unter 50: Rufe nach mehr Lockerungen

München (dpa/lby) – Angesichts weiter sinkender Corona-Zahlen werden die Rufe nach weiteren Lockerungen etwa für die Innengastronomie lauter. Erstmals seit Oktober lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern am Mittwoch wieder unter dem kritischen Wert von 50 – und zwar laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 45,9. «Die Zahlen sinken beständig. Der Kurs von Vorsicht mit Perspektive zahlt sich aus», schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Facebook.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) forderte am Mittwoch zum einen eine generelle Öffnung des gesamten Gastgewerbes für Geimpfte, Genesene und Menschen mit einem negativen Corona-Test, unabhängig von Inzidenzwerten. Verbandspräsidentin Angela Inselkammer verlangte zudem: «In Anbetracht derart niedriger Inzidenzwerte müssen wir zudem schnellstmöglich wieder den Weg zu mehr Normalität ohne Tests wie in der Phase nach dem ersten Lockdown wagen.»

Über weitere Lockerungsschritte muss zuvor das Kabinett beraten. Eine Neuerung gibt es schon jetzt: Beim Erreichen niedriger Inzidenzwerte können einige Corona-Regeln in Bayern künftig einen Tag schneller gelockert werden. Damit wird eine zunächst nur für Pfingsten geltende Praxis verlängert, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch sagte. Man habe damit gute Erfahrungen gesammelt.

Die Änderung betrifft Öffnungsschritte unter anderem für die Außengastronomie, Hotellerie, Kultur, Sport und bei Freizeitangeboten sowie den Wegfall der Testpflicht bei diesen Angeboten bei noch niedrigeren Inzidenzwerten. Dafür muss nach wie vor die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche) von 100 beziehungsweise 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten sein. Nach der alten Regel folgte dann eine zweitägige Karenzzeit, bis am insgesamt achten Tag mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums gelockert werden konnte. Diese Wartefrist wird nun auf einen Tag verkürzt.

«Öffnungen bereits ab Tag sieben sind ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Normalität», sagte Holetschek. «Ich freue mich, dass die sinkenden Infektionszahlen weitere Erleichterungen ermöglichen.»

Deutschlandweiter Hotspot ist weiterhin die Stadt Memmingen in Schwaben mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 161,0. Über dem Wert von 100 liegt in Bayern derzeit sonst lediglich noch der ebenfalls schwäbische Landkreis Günzburg.

Zu beachten ist bei den Zahlen: An Feiertagen wie zuletzt Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen beruhen auf RKI-Daten vom Mittwochmorgen, nachträgliche Änderungen sind möglich.

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