© Stefan Puchner

Revision gegen Urteil nach tödlichem Streit eingelegt

Augsburg (dpa) – Nach der Verurteilung eines 17-Jährigen zu einer viereinhalbjährigen Jugendstrafe wegen des tödlichen Schlags am Augsburger Königsplatz haben die Verteidiger Revision eingelegt. Ein Sprecher des Augsburger Landgerichts erklärte am Dienstag, dass der entsprechende Antrag eingegangen sei. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass die Anwälte des 17-Jährigen die Revision angekündigt haben.

Der Jugendliche hatte am Nikolaustag 2019 nach einem Streit auf dem belebten Platz im Augsburger Zentrum mit einem einzigen Faustschlag einen 49-Jährigen umgebracht. Durch den Schlag erlitt der Familienvater eine Hirnblutung, an der er binnen weniger Minuten starb. Der Angeklagte gab die Tat vor der Jugendkammer des Landgerichts zu. Die Richter verurteilten ihn am Freitag unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu der Gefängnisstrafe.

Die Tat hatte in der Adventszeit in ganz Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Das Opfer war mit seiner Ehefrau und einem befreundeten Paar abends in der Stadt unterwegs, als es zu einem Streit mit einer Gruppe Jugendlicher kam. Die Verteidiger hatten für den 17-Jährigen eine Bewährungsstrafe beantragt, die Staatsanwaltschaft eine sechsjährige Jugendstrafe. Die Anklagebehörde wird nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich keine Revision gegen das Urteil einreichen.