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Randalierer stirbt nach Polizeieinsatz

Nürnberg (dpa/lby) – Ein 43-Jähriger ist nach einem Polizeieinsatz in Nürnberg gestorben. Der Mann hatte in seiner Wohnung lautstark randaliert und damit gedroht, von einer Brüstung im dritten Stock des Mehrfamilienhauses zu springen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Mit einer Elektroschockpistole – einem sogenannten Taser – sei er am Montagabend von Spezialeinsatzkräften der Polizei außer Gefecht gesetzt worden.

Der Mann leistete den Angaben nach kurz darauf Widerstand und wurde von einem Notarzt mit einer Injektion ruhiggestellt. Aus zunächst unbekannten Gründen kollabierte er wenig später und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er starb.

Eine Obduktion am Mittwoch sollte Aufschluss über die Todesursache geben. Außerdem sollte auch ein toxikologisches Gutachten erstellt werden, um zu prüfen, ob er unter Drogeneinfluss stand.

Seit 2006 werden Taser bei den Spezialeinsatzkommandos in Bayern eingesetzt. Mit den schmerzhaften Elektroschocks kann ein Mensch handlungsunfähig gemacht werden. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, ihre Zielperson zu überwältigen.

Bei einem Taser-Einsatz schießt der Polizist aus einer Distanz von drei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt etwa einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über ihn wird ein Stromimpuls mit hoher Spannung abgegeben, der auf Nerven und Muskeln wirkt. Der Einsatz solcher Distanz-Elektroimpulsgeräte ist umstritten. Gefährlich kann die Waffe etwa für Herzkranke sein.